Super-Bowl-Spots der deutschen Autobauer

VW setzt auf die dunkle Seite der Macht und Audi sagt: Gute Nacht, Mercedes! Wenn am Sonntag die Pittsburgh Steelers auf den Rekordmeister Green Bay Packers treffen, sind auch die deutschen Autohersteller mit von der Partie. Beim Super Bowl übertrumpfen sich die Konzerne gegenseitig mit kreativen Spots. Kein Wunder: Das größte Einzelsportevent der Welt wurde im vergangenen Jahr von mehr als 100 Millionen Amerikanern verfolgt. Ein 30-sekündiger Werbeblock kostet rund drei Millionen Dollar.

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Unterlegt mit dem legendären "The Imperial March" von John Williams versucht ein kleiner Junge im Kostüm des Star-Wars-Bösewichts Darth Vader "die Macht" zu nutzen, um verschiedene Dinge im Haushalt zu bewegen. Doch weder Waschmaschine noch Familienhund wollen sich rühren. Schließlich wagt sich der Steppke an den VW Passat seines Vaters und wird von der wundersamen Reaktion überrascht.

"Der Super Bowl ist ein TV-Ereignis mit einer der höchsten Einschaltquoten weltweit. Diese Gelegenheit nutzen wir, um unsere neuesten Modelle einem sehr großen Publikum zu präsentieren und die Marke Volkswagen weiter emotional aufzuladen", erklärt Luca de Meo, Leiter Marketing Konzern und Marke Volkswagen Pkw.
Der Spot, den die Wolfsburger zum Finale der amerikanischen Profi-Football-Liga (NFL) zeigen, sorgt seit einigen Tagen für Furore im Netz – über zwölf Millionen Youtube-Nutzer haben den 60-Sekünder bereits gesehen. Ob sich die reine Emotion aber nachhaltig für VW bezahlt macht, ist fraglich. Sicher erzählt die "Star Wars"-Werbung eine putzige Geschichte und ist deshalb auch ein Youtube-Hit. Der Zuschauer wird sich im Nachhinein aber vermutlich eher an den Mini-Darth-Vader erinnern als an den beworbenen Passat. Und dass ein Fahrzeug auf Knopfdruck piept und blink, dürfte gerade bei den Amerikanern nicht unbedingt als Innovation wahrgenommen werden, die das neue Modell von der Konkurrenz abhebt.
Umso sinnvoller, dass Volkswagen in der wohl teuersten Werbepause der Welt noch einen zweiten Spot ins Rennen schickt, der etwas weniger auf ein niedlich-emotionales Image, als auf die eine deutliche Werbebotschaft setzt: Der neue Beetle ist sportlich und flink. In grandioser Optik rast ein Käfer durch den Wald und liefert sich eine Verfolgungsjagd mit anderen Krabbeltieren. Am Ende erreicht er als erstes das Ziel und seine Silhouette verwandelt sich in die des VW Beetle.

Audi lässt beim Super Bowl den Konkurrenten Mercedes ganz buchstäblich alt aussehen: Angelehnt an das amerikanische Kinderbuch "Goodnight Moon" werden im Spot der Ingolstädter verschiedene altmodische Luxusgegenstände – vom Kronleuchter bis zum Manschetten-Knopf – zum Schlafen geschickt. Schließlich erlischen die Lichter im Haus und die Kamera schwenkt auf die Einfahrt. Dort parkt die aktuelle S-Klasse, der Audi gute Nacht sagt.

Auch Mercedes und BMW werden beim Super Bowl mit Spots vertreten sein, die allerdings nicht vorab im Netz gezeigt wurden. Die beiden Autohersteller verzichten damit zwar auf die massenweise und vor allem kostenlose Verbreitung im Vorfeld, haben aber dafür den Überraschungseffekt auf ihrer Seite. Bekannt ist, dass die Stuttgarter Autobauer die Tennisspielerin Serena Williams für ihren allerersten Spot bei dem Football-Event gesichert haben. BMW ist erstmals seit zehn Jahren wieder beim Super Bowl dabei und wird den BMW X3 sowie den Mini Countryman bewerben.
Die ARD wird den Super Bowl am Sonntag, 6. Februar, ab 23.35 Uhr live übertragen.

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