Instyle.de weist Burda Style Group den Weg

Instyle.de kann richtungsweisend für Burdas Style Group werden. Denn mit Hilfe eines geschickten Mix aus redaktionellen Inhalten und Shopping-Verlinkungen hofft das Portal signifikante Einnahmen zu erzielen. Noch arbeitet Instyle.de nicht kostendeckend, "befindet sich aber auf einem guten Weg", wie der Director Online und Innovation der Style Group, Patrick Fischer, verrät. Die Seite ist seit einem halben Jahr online und startet jetzt seine erste Blackberry-App - keine iPhone-Applikation.

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Das Portal bestücken drei Redakteure sowie ein Fotoredakteur. Sie stellen täglich sechs bis acht Textbeiträge online und stöbern nach den hippsten Modetrends – die die Nutzerinnen dann mit wenigen Klicks in einem der vielen Partner-Stores kaufen können. Oftmals kosten die Produkte aber mehrere hundert Euro. "Hier besteht noch etwas Nachholbedarf", sagt Patrick Fischer. "Manche Anbieter, wie H&M, fehlen noch in der Übersicht." Für Otto-Normal-Shopperin dürfte es wahrlich schwierig sein, sich die Instyle.de-Tipps zu leisten. Eine Jeans für 200 Euro, Designer-Sandalen für 670 Euro oder ein Strickrock für 400 Euro sind bei Leibe keine Schnäppchen. Kommt trotzdem ein Kauf über die Instyle-Seite zu Stande, erhält Burda sieben bis 15 Prozent Provision.
Laut IVW erreichte das Portal im Dezember 317.000 Visits und gehört damit noch zu den kleineren Angeboten der Stil-Einheit. Zur Style Group zählen die Zeitschriften und Webseiten Elle, Burda Style, Freundin, Instyle, Bunte und Freundin WellFit. Insgesamt verzeichnete die Burda Style Group im Dezember mit 11,9 Millionen Visits einen Reichweitenrekord.
Für die Burda Style Group arbeitet auch eine eigene Video-Redaktion. Das Team produziert Beiträge für alle Titel der Gruppe. "Die Clips auf unseren Portalen sind aber nie identisch", betont Fischer. Alle Videos würden individuell zusammengeschnitten und für Freundin.de, Instyle.de oder die anderen Portale angepasst. Auch unter den Bewegtbildbeiträgen finden sich passende Shopping-Vorschläge.
Neben der Webseite startet Instyle heute auch eine Blackberry-App. Warum das Modemagazin auf den vermeintlich schwachen Konkurrenten von Apple setzt, obwohl nicht einmal eine iPhone-App existiert? "Blackberry ist eine Frauenplattform", begründet Fischer den Schritt. Von Blackberry-Geräten komme der meiste Mobil-Traffic auf Burda-Seiten – wenn man das iPhone außer Acht lasse. Weiterer Grund für die RIM-Smartphones: "Die Blackberry App World ist nicht so überladen wie der iTunes-Store. Instyle wird eines der schillerndsten Programme sein." Dritter Grund für die Blackberry-Entscheidung war, dass RIM Instyle in seine Kommunikationsmaßnahmen einbinden will. Die App werde in Bundle-Aktionen auf den Smartphones vorinstalliert und in Presse-Emails als Referenz-Programm genannt. Zudem ist eine Kooperation mit einem Telekommunikationsanbieter geplant, verrät der Director Online und Innovation. Um was es dabei genau geht, hält er aber noch geheim.
Im weiteren Verlauf des Jahres 2011 will Burda Location-based-Services in seiner App anbieten. Das könnte laut Fischer so aussehen, dass Nutzerinnen ein Produkt suchen und die App ihnen anzeigt, wo Geschäfte in ihrer Umgebung sind, die das Gewünschte anbieten. Dazu arbeitet Burda mit dem Anbieter The Label-Finder zusammen. Auf diese Weise würde zwar die Umsatzbeteiligung wegfallen, wenn es zu einem Kauf kommt, "aber durch die erfolgreiche Vermittlung binden wir die Nutzerinnen an unsere App". Diesen Service könnte sich Fischer auch für andere Apps der Burda Style Group vorstellen.
Für das Web-Portal Instyle.de hofft Fischer, bis Ende des Jahres 500.000 bis 600.000 Visits pro Monat zu erreichen. "Das ist ein guter Wert für eine Special-Interest-Seite wie unsere." Er will auch Produkte mit einem "Angebot des Tages" exklusiver auf dem Portal präsentieren können. Ähnlich wie beispielsweise bei Shoppingsclubs wie Brands4Friends soll es dann Produkte für eine bestimmte Zeit günstiger zu kaufen geben.

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