HRS distanziert sich von Blog-Werbesumpf

Der erste bekannt gewordene Auftraggeber im Blog-Werbesumpf geht in die Offensive: Der Hotelzimmer-Vermittler HRS hat seine Agentur für Suchmaschinenoptimierung (SEO) abgemahnt. Die SEO-Experten hätten möglicherweise Onlinekosten.de dafür bezahlt, gezielt Links in Blogs zu lancieren. Nach eigenen Angaben wusste HRS nichts von den Machenschaften: "Es gehört nicht zu unserer Geschäftsstrategie für Links zu bezahlen. Wir hätten dem auch niemals zugestimmt", teilte HRS in einem Statement mit.

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"Wie die meisten Internet-Unternehmen, ist auch HRS bestrebt seine Website für die gängigen Suchmaschinen zu optimieren", heißt es in der Stellungnahme. Hierzu habe man auch einen Dienstleister beauftragt. "Entgegen den vertraglichen Vereinbarungen hat dieser widerrechtlich Blog-Einträge für unser Unternehmen beauftragt. Dies wurde uns zu keinem Zeitpunkt vorher mitgeteilt und wir hätten dem auch niemals zugestimmt." HRS sei über das eigenmächtige Vorgehen des Dienstleisters empört und habe diesen bereits abgemahnt. Derzeit prüfe das Unternehmen, ob es Schadensersatzansprüche gegen den Dienstleister geltend machen könne.
"HRS versteht sich als seriöser, transparenter und kundenorientierter Anbieter und das spiegelt sich auch in unseren Geschäftsbedingungen wider. So wurde das Engagement von HRS erst kürzlich von den unabhängigen Experten der Computerbild mit der Note 1 und dem Testurteil ’sehr gut‘ bewertet. Das unabhängige Magazin bescheinigt HRS einwandfreie Geschäftsbedingungen, anders als rund 90 Prozent der übrigen Teilnehmer. Das gilt auch für unsere Online Marketing Aktivitäten."
Der Keywordliste zufolge, die offenbar die Unternehmen beinhaltet, für die Links in Blogs gekauft wurden, umfasst 21 Firmen. Neben dem Hotelzimmer-Vermittler HRS sind unter anderem der Reiseanbieter Neckermann, der Mobilfunkanbieter Base, der Versandhandel für Elektroartikel Conrad, die Versicherung Hannoversche Leben, der Buchhandel Bol.ch und der Online-Automarkt Autogenau.de beteiligt. Unklar ist, ob sie von den bezahlten Links wussten oder, genau wie HRS von sich behauptet, nicht informiert waren.
Onlinekosten.de, Betreiber des Blogs Basicthinking.de, hat Verträge mit rund hundert Bloggern und Unternehmen über bezahlte Links abgeschlossen. Es sollten Verlinkungen in Beiträgen auf die Webseiten der Auftraggeber gesetzt werden, um das Google-Ranking zu manipulieren. Unternehmen, die solche Praktiken anwenden, führen oft an, dass es sich um "ganz normale Vorgänge" in der Blogger-Szene handele. Viele Agenturen für Suchmaschinenoptimierung böten vergleichbare Dienste an. Den Vorgang öffentlich machte der Chef von Netbooknews.de, Sascha Pallenberg.

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