RP startet erste iPad-Sonntagszeitung

Die einzige Zeitungsgattung, die bei den letzten Auflagenerhebungen zulegen konnte, waren die Sonntagszeitungen: In Anbetracht dieses Umstandes könnte es sich als smarte Idee herausstellen, dass die Rheinische Post, anstatt einer klassischen iPad-App mit dem täglichen Mix aus Online- und Print-Inhalten, die erste deutsche Sonntagszeitung für das Tablet entwickelt hat. Ab Samstag 0.00 Uhr gibt es im App-Store die RP Plus-Applikation mit ausschließlich für das Apple-Gerät produzierten Storys.

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Die Applikation wird zunächst kostenlos angeboten. Nach dieser Schnupperphase soll die RP Plus pro Ausgabe 1,59 Euro kosten. An speziellen Offerten für ihre Print-Abonnenten arbeiten die Düsseldorfer bereits.

„Mit RP Plus bieten wir eine neue journalistische Dimension. Alle Themen sind für die moderne iPad-Technik und für den Sonntag als entspannten Lesetag aufbereitet. RP Plus gelingt es, einen neuen und anderen Blick auf Deutschland, NRW und die Region zu werfen“, kommentiert Clemens Bauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe RP.
Tatsächlich wurde im Düsseldorfer Verlagshaus eine eigene kleine Redaktion für die App aufgebaut. Neben einigen Autoren sitzen in der Abteilung noch zwei Grafiker, eine Fotograf, der spezielle 360-Grad-Fotos machen soll und ein Videojournalist. Alle Inhalte werden exklusiv für die Applikation produziert. Konzipiert ist RP Plus als digitales Magazin mit Reportagen, Interviews und Analysen aus den Bereichen Politik und Wirtschaft, Kultur, Lifestyle und Sport. Angereichert sind die Inhalte mit interaktiven Grafiken, Bilderstrecken, Videos und multimedialen Features.

Der thematische Schwerpunkt liegt jedoch auf Geschichten aus NRW. Hier begehen die Macher möglicherweise einen strategischen Fehler. Denn die digitale Sonntagszeitung wäre für das Regionalblatt durchaus eine gute Möglichkeit, eine bundesweite Leserschaft anzusprechen. Genau dieses Kunststück gelang bereits dem Web-Portal RP-Online. Im Vergleich zum Verbreitungsgebiet der Rheinischen Post erreicht die Webseite mittlerweile eine wesentlich größere und breitere Zielgruppe.
„Wir setzen auf spannenden Autorenjournalismus und auf ein multimediales Angebot, das alle Möglichkeiten des iPad ausschöpft“, sagt Print-Chefredakteur Sven Gösmann. Mit RP Plus setze die Mediengruppe RP die Idee einer ‚siebten Ausgabe der Rheinischen Post in digitaler Form’ um.“
Völlig unklar ist, wie viele Leser sich überhaupt mit einer Sonntagszeitung für das iPad erreichen lassen. Auch, ob und wann sich ein solches Angebot kostendeckend produzieren lässt. Das wissen auch die Verlags-Manager in Düsseldorf. Deshalb denkt man in der Landeshauptstadt wohl ernsthaft darüber nach, die App-Inhalte auch über eine spezielle Webseite, natürlich auch wieder gegen eine Gebühr, anzubieten. 

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