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„Das Medienfernsehen entmündigt sich“

Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar wettert gegen Castingshows und Quotenwahn. Könnte er das Fernsehprogramm bestimmen, dann gäbe es "garantiert keinen Dieter Bohlen, es gäbe wenig Talkshows", sagte er dem Nachrichtenportal News.de. "Das Medienfernsehen entmündigt sich." Außerdem schimpft er darüber, dass junge Menschen sich heute zu sehr auf das verlassen, was auf Internetseiten wie Wikipedia stehe, ohne zu prüfen, ob es der Wahrheit entspreche.

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Das Fernsehen sei einst die große Hoffnung gewesen, "dass wir auf diesem Weg mehr Bildung schaffen, vielleicht auch bildungsferne Schichten erreichen, eine Art Nachhilfeunterricht geben und politische Zusammenhänge klarmachen können", sagte Yogeshwar gegenüber News.de. Doch diese Funktion werde "immer mehr verdrängt von dem Gesetz einer Quote, das letztlich mit dünner Unterhaltung aufwartet".
Über Wikipedia sagte der Wissenschaftsjournalist: "Man hat Experimente gemacht, in denen man bei Wikipedia Dinge eingestellt hat, die es nicht gibt. Die werden aber von anderen zitiert." So entstehe irgendwann ein verzerrtes Bild mit falschen Informationen. Seine Botschaft lautet deshalb: "Prüfe Dinge selbst."
Yogeshwar äußerte sich auch über die gesamte Internetlandschaft. Er beobachtet kritisch, "dass ein Großteil der Internet-Infrastruktur in amerikanischer Hand ist". Es sei gefährlich, dass Google, Facebook, Microsoft, Apple und Wikipedia alle den amerikanischen Gesetzen gehorchten. "Ich finde es immer sehr bedenklich, wenn ein global umfassendes Netz – und das ist das Internet – plötzlich von einem Land bestimmt wird. Ich würde mir wünschen, dass es noch ein anderes Land gibt, um eine gewisse Unabhängigkeit zu garantieren. Als WikiLeaks da war, haben wir gesehen, wie schnell im Internet agiert werden kann."
Ranga Yogeshwar steht regelmäßig in Sendungen wie "Quarks und Co.", "Wissen vor 8" oder "Die große Show der Naturwunder" vor der Kamera. Zudem hat er verschiedene Bücher verfasst.

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