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„Wetten, dass..?“-Unfall: Gutachten entlastet ZDF

Bei der gefährlichen Sprungfeder-Wette der letzten "Wetten, dass..?"-Show im Dezember ist nach einem Experten-Gutachten von Gert-Peter Brüggemann, Leiter des Instituts für Biomechanik und Orthopädie der Deutschen Sporthochschule Köln, weder den Mitarbeitern der Sendung noch dem Vater des Kandidaten, Samuel Koch, ein Versagen vorzuwerfen. Das berichtet der Spiegel. Die Details der Expertise will das ZDF am Mittwoch bekannt geben.

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Bei dem Versuch mittels Sprungfedern über fahrende Autos zu springen, hatte sich Koch an der Halswirbelsäule so schwer verletzt, dass die Ärzte ihm eine Querschnittslähmung prognostizieren. Eine ursprünglich für Anfang Januar angekündigte Pressekonferenz der behandelnden Mediziner im Schweizer Klinikum Nottwil, bei der Auskunft über die Langzeitprognose des Patienten gegeben werden sollte, fand bisher allerdings noch nicht statt.
Das ZDF war in die Kritik geraten, weil der Sender die Wette unnötig riskant gemacht habe. Daraufhin hatten die Mainzer ein externes Gutachten in Auftrag gegeben.
MEEDIA-Kommentar: "’Wetten, dass..?‘-Unfall: Gutachten entlastet ZDF" ist eine Nachricht, die – wie der Spiegel schreibt – beim ZDF mit Erleichterung aufgenommen wurde. Dabei muss hinzugefügt werden, dass der Experte nur geprüft hat, was niemals strittig gewesen ist oder Anlass zur Kritik gegeben hat. Das Problem der riskanten Wette waren nicht die Details der Durchführung, sondern die gefährliche und verletzungsträchtige Wette selbst. Es mag so sein, dass der Vater des Verunglückten wie im Plan vorgesehen 25 km/h fuhr, und dass auch sonst die mit dem Springer verabredeten Punkte eingehalten wurden. Dies sollte dem ZDF allerdings nicht das Nachdenken über die Frage ersparen, ob ein derart gefährliches Szenario, bei dem es vielfältige Risiken eines Scheiterns gab, moralisch vertretbar sind. Eine Antwort darauf kann das Gutachten der Sporthochschule Köln nicht liefern, die kann nur der Sender geben. Bislang hat man dazu vom ZDF nichts gehört.

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