Rummenigge fordert höhere TV-Einnahmen

Es ist mittlerweile ein scheinbar liebgewonnenes Ritual: Entweder fordert ein deutscher Fußball-Manager höhere Fernseh-Einnahmen oder ein Vertreter eines Pay- oder Free-TV-Senders sagt, dass man zu aktuellen Konditionen unmöglich kostendeckend über die Bundesliga berichten kann. Diesmal ist wieder die Liga dran. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fordert Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, dass die Fernsehrechte bald doppelt so viel wie bisher kosten müssten.

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"Jeder muss mehr bekommen, erste wie zweite Liga", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München in dem Interview. "Unser Ziel muss sein, dass die TV-Einnahmen mittelfristig verdoppelt werden."

Der ehemalige Weltklasse-Stürmer ärgert sich vor allem darüber, dass "die Italiener, die wir gerade im Uefa-Ranking überholt haben, mehr als doppelt so viel einnehmen wie wir". Der Münchner unterschlägt in dieser Argumentationskette, dass der Pay-TV-Sender Sky in Italien wesentlich besser läuft als in Deutschland.

In der aktuellen Situation mit den anhaltenden Verlusten, die Murdochs Bezahl-Sender hierzulande noch schreibt, müsste die Liga froh sein, wenn sie mit der klammen TV-Station einen Deal verhandeln könnte, der sich auf dem jetzigen Niveau bewegt. Aktuell kassieren die Profivereine in den beden höchsten deutschen Ligen laut Rummenigge rund 420 Millionen Euro. In Italien soll es dagegen fast eine Milliarde sein. Das Fernsehgeld müsse "mit Kreativität extrem gesteigert werden", fordert der Funktionär.

Sein Poltern in Richtung TV-Manager hängt mit den neuen Financial Fairplay-Regeln des Europäischen Fußball-Verbandes zusammen. Diese neuen Vorschriften der Europäischen Fußball-Union basieren künftig darauf, dass nur soviel ausgegeben werden darf, wie auch eingenommen werde. Die Deutsche Liga erteilte bislang bereits die Lizenz bei einem Nachweis ausreichender Liquidität eines Vereins. "Es ist eine tiefgreifende Veränderung, die Bundesligavereine jetzt in Kalkül ziehen müssen", erklärte Rummenigge in dem Gespräch mit der FAS.

Natürlich sieht der Vorstandsvorsitzende seinen FC Bayern auch bei den neuen Financial Fairplay-Regeln bestens aufgestellt. "Wir sind neben Arsenal der einzige Topclub in Europa, der in den letzten Jahren immer schwarze Zahlen geschrieben hat. Bayern München muss sich nicht umstellen".

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