‚About Schmidt‘: Echo zur Google-Rochade

Für Bild.de ist es "der irre Machtkampf bei Google": Warum ein möglicher Streit um eine neue Strategie beim Suchmaschinen-Riesen "irre" sein soll, erklärt das Boulevard-Portal nicht. Dafür liefern einige andere Nachrichten-Seiten kluge Analysen und Kommentare zum Machtwechsel beim US-Konzern. Knapp einen Tag nach der Personalie sind sich die meisten Experten einig. Goolge braucht einen Neustart. Denn das Unternehmen hat mit einigen Problemen zu kämpfen. Das größte heißt Facebook.

Anzeige

Bei Sueddetusche.de kommentiert Hans von der Hagen: "Facebook hat weit früher als die technikgläubigen Googlianer verstanden, dass in den sozialen Netzwerken ein enormes Potential steckt. Darum raubt Facebook Google nun Einnahmen, Image, Nutzer – und sogar die eigenen Mitarbeiter, die sich offenbar gern von Mark Zuckerberg abwerben lassen. Es ist, als steige Page nun persönlich in den Ring gegen Facebook-Chef Zuckerberg. Jugend gegen Jugend, Gründer gegen Gründer, Hirn gegen Hirn – in diesem Kampf kann der kaufmännische Angestellte Schmidt nicht viel ausrichten."

Bei FTD.de analysiert Andrea Rungg: "Google  sei Microsoft  geworden, kolportiert die Branche längst. Das kann als Beleidigung interpretiert werden. Denn der Softwarekonzern gilt als behäbiges Unternehmen, das im Internet Trends verpasst hat. Auch über Google sagt man mittlerweile ähnliches. Entscheidungen würden schwerfälliger getroffen. Page und Brin intervenierten ab und an und exekutierten (entschieden) auch mal ohne Schmidt. Ingenieure arbeiten nicht mehr miteinander, sondern kämpfen in Teams gegeneinander."

Chip Online, kas: "Larry Page muss sich in fünf Bereichen etwas einfallen lassen, um die neuen Meriten zu verdienen: Social Media, Android/Mobile, Werbung, Geschäftsanwendungen und die Standards für HTML5 stehen auf der Tagesordnung."

Das Handelsblatt.com spekuliert: "Zum Verhängnis könnte dem langjährigen Google-Chef die Aktienkursentwicklung und Probleme im wachsenden Markt für Social Networks geworden sein." Weiter analysieren die Düsseldorfer: "Auf der Schattenseite steht das Bereich Social Networking. Angeblich wolltee Schmidt den Rabattdienst Groupon für sechs Milliarden Dollar übernehmen, was aber misslang. Während Microsoft sich einen Anteil an Facebook sichern konnte, musste Google sich mit einem Werbevertrag mit der Nummer zwei, Myspace, zufrieden sein."

Die dpa beleuchtet die Rolle des scheidenden Vorstandsvorsitzenden: "Wenn die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page sich mal wieder die Köpfe heißgeredet hatten, musste in den vergangenen Jahren Eric Schmidt die Gemüter abkühlen und den Streit schlichten."


Für
die FAZ berichtet Roland Lindner aus New York: "Eric Schmidt wurde in der Öffentlichkeit oft als eine etwas finstere Figur gerade bei der Datenschutzfrage wahrgenommen und hat dazu mit einigen unglücklichen Äußerungen in Interviews auch selbst beigetragen („Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es jemand erfährt, vielleicht sollten Sie es dann gar nicht erst tun.“) Die amerikanische Verbraucherschutzorganisation „Consumer Watchdog“ sah jedenfalls den Führungswechsel bei Google als Anlass genug, selbst eine Pressemitteilung herauszugeben, in der sie die Ernennung von Larry Page zum Vorstandsvorsitzenden und den Abgang von Eric Schmidt ausdrücklich begrüßte."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige