Print-only-Medien sind schwer verkäuflich

Die auf Zusammenschlüsse (Mergers & Acquisitions) spezialisierte Unternehmensberatung Bartholomäus & Cie hat ihren jährlichen Transaktionsmonitor zu Kaufbewegungen und Beteiligungen in der Verlagsbranche für 2010 veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Übernahmen und Beteiligungen im deutschen Verlagswesen 2010 erneut gesunken, und zwar von 213 in 2009 auf 205. In diesem Jahr soll die Zahl der Deals aber wieder steigen. Klassische Print-Only-Medienmodelle seien aber zunehmend schwer verkäuflich.

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Die aktivsten Verlage 2010 waren laut der Studie Holtzbrinck und Axel Springer. Bei Holtzbrinck zählten die Berater 16 Deals, bei Springer 14. Es folgen Burda und Gruner + Jahr mit je neun Deals, Bertelsmann mit sieben und M. DuMont Schauberg mit fünf. Milliarden-Übernahmen gab es in 2010 überhaupt keine. Das größte Geschäft war das Joint Venture zwischen Axel Springer und Ringier, bei dem beide Häuser ihre Osteuropa-Aktivitäten zusammenlegten. Die Über-Kreuz-Beteiligung hatte ein Volumen von rund 410 Mio. Euro. Der zweitgrößte Deal des Jahres war Burdas Kapitalerhöhung beim Online-Werbe-Netzwerk Glam im Wert von 175 Mio. Euro.

Insgesamt registrierten die Berater bei Bartholomäus 2010 nur halb so viele Groß-Deals wie noch in 2009. Die Anzahl kleinerer Übernahmen und Beteiligungen stieg dagegen stark an. Mehr als zwei Drittel aller Deals (71 Prozent) waren kleiner als 5 Millionen Euro.

Durch Zukäufe und Beteiligungen wurden 2010 vor allem bestehende Marktpositionen ausgebaut und gefestigt. Neue Marktsegmente zu erschließen, stand nicht im Vordergrund. Bei den General-Interest-Deals betrafen 81 Prozent aller Geschäfte digitale Geschäftsmodelle – Tendenz steigend. Vor allem an E-Commerce- und Community-Angeboten beteiligten sich die Verlagshäuser.

Für das laufende Jahr sagen die Unternehmensberater ein sich erholendes M&A-Klima voraus. Sprich: Die Zahl der Übernahmen und Beteiligungen in der Verlagsbranche soll wieder ansteigen und es wird wieder teurere Deals geben. In der Studie steht aber auch: “Das Überangebot an Print-Titeln in allen Themensegmenten wird angesichts der Umschichtung von Werbeumsätzen zu einer Bereinigung führen; Verlage reagieren mit einem Umbau ihrer Titel-, Programm- und Zielgruppenportfolios in den Print-Formaten zur Fokussierung ihrer Marktangebote.” Die Bewegung weg von Print- hin zu digitalen Medien geht also weiter. Potenzielle Verkäufer „klassischer“ Print-only-Medienmodelle sollten sich darum  “auf eher schwierige Verkaufsverhandlungen einstellen”.

Auf der Website von Bartholomäus & Cie gibt es eine kostenlose Zusammenfassung der Studie zum runterladen. Die komplette Studie kostet 249 Euro als PDF und 299 Euro in der gedruckten Version.

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