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Spiegel: „Fall Wikileaks“ floppt am Kiosk

Der Versuch, die grandiosen Auflagenzahlen des Wikileaks-Spiegels vom 29. November zwei Wochen später noch einmal zu wiederholen, ist gescheitert. Der Spiegel 50/2010 verkaufte sich mit der Zeile "Kampf um das Netz - Der Fall Wikileaks - Vom Streit um die Meinungsfreiheit zum Cyber-Krieg" so schlecht wie kaum ein Spiegel zuvor. Interessant: Die drei schwächsten Spiegel seit Start der IVW-Heftauflagen Mitte der 90er hatten allesamt Internet-Themen auf dem Cover.

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Zum Vergleich: Von den 481.355 im Einzelverkauf abgesetzten Exemplaren mit den Wikileaks-Enthüllungen aus dem US-Außenministerium fiel das Magazin in nur zwei Wochen um über 170.000 Verkäufe auf nur noch 307.332 Einzelverkäufe. Nur zwei Spiegel-Ausgaben haben sich seit 1996 – ältere IVW-Heftauflagen gibt es nicht – noch mieser am Kiosk verkauft. Beide stammen ebenfalls aus dem Jahr 2010 – und beide hatten Internet-Themen als Titelgeschichten. So wechselte Heft 13/2010 mit der ähnlichen Zeile "Kalter Krieg im Internet" und dem "Kampf um die Freiheit im Netz" zwischen Google und China nur 302.965 mal den Besitzer, Ausgabe 43/2010 kam mit den Wikileaks-Enthüllungen aus dem Irak nur auf 303.988 Einzelverkäufe.

Auch wenn der Irak-Titel nur indirekt mit dem Internet zu tun hatte, ist es schon auffällig, dass Hefte mit Netz-Themen so oft floppen. Offenbar hatten die grandiosen Verkaufszahlen zwei Wochen davor wohl eher mit dem veröffentlichten Klatsch und Tratsch über deutsche Politiker zu tun und weniger damit, dass sie über eine Internet-Plattform ans Licht kamen, über die danach wochenlang diskutiert wurde.

Auch der Stern kam mit seinem Heft 50/2010 und Wikileaks-Gründer Julian Assange auf keine Top-Auflage: 295.678 Hefte wurden im Einzelverkauf abgesetzt – ein recht mittelmäßiger Wert. Zum vierten Mal in Folge unter der 100.000er-Marke blieb der Focus: Medien-Darling und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg verleitete als "Mann des Jahres" nur 88.498 Menschen am Kiosk zum Focus-Kauf. Ein erneut ernüchterndes Ergebnis.

Sämtliche Heftauflagen von Spiegel, Stern und Focus können Sie jederzeit mit unserem Cover-Check-Tool recherchieren.

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