Das narzisstische Fräulein Knappik

Bei der RTL Dschungelshow “Ich bin ein Star - holt mich hier raus!” sorgt das Nachwuchs-Model Sarah Knappik für reichlich Gesprächsstoff. Nach einem Nervenzusammenbruch wollte sie schon fast die Show verlassen. Dann blieb sie doch - zum Leidwesen ihrer Mit-Kandidaten und zur Freude der RTL-Macher. Denn das narzisstische Fräulein Knappik bringt Knatsch und Quote. Die Presse bezeichnet sie als “Nerv-Natter” und “Knapp-Zick”. Die Zuschauer machen sie zum Dauergast bei der Dschungelprüfung.

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Sie wolle ungeschminkt ins Camp gehen, sich dort so zeigen, “wie sie wirklich ist”, sagte Sarah Knappik in der ersten Folge des aktuellen RTL-Dschungelcamps. Sollte das, was nun im TV zu sehen ist, wirklich der wahre Charakter der jungen Frau sein, hätte sie vielleicht lieber dick Schminke aufs Ich auftragen sollen. Kaum jemand bei den bisherigen Dschungelshows von RTL kam so konsequent unsympathisch rüber wie Sarah Knappik.

Dabei ist durchaus möglich, dass sie echte Probleme hat. Mit sich, mit dem Druck der Show, mit der Unterhaltungsbranche. Ihr im Fernsehen dokumentiertes Verhalten pendelt zwischen Nervenzusammenbruch und egoistischem Herrscherinnen-Gebaren. Die hochgradig genervten anderen Camp-Insassen schickten in der jüngsten Folge den WG-geprüften Kommunarden Rainer Langhans vor, um ein klärendes Gespräch mit ihr zu suchen.

Die klaren Worte, die Langhans für sie und ihr Verhalten fand (“Du bist eben keine Kämpfernatur.” “Dein Verhalten ist asozial.”) perlten an der jungen Frau ab wie Wasser an einer Teflon-Pfanne.  Auf Kritik reagiert sie mit Gegenkritik. Schuld wird konsequent bei anderen oder äußeren Umständen gesucht. So gab es in ihrem unerschütterlich um sich selbst kreisenden Weltbild auch tausend Gründe für den frühen Abbruch ihrer ersten Dschungelprüfung – nur sie selbst kann ihrer eigenen Auffassung nicht der Grund dafür sein. Die Prüfung war zu schwer, ihr Kreislauf machte schlapp, sie bekam keine Luft, der Tunnel war zu eng etc.pp.

Als Zuschauer kann man sich vom Sofa aus der Horror-Vorstellung hingeben, mit so jemandem wie Sarah Knappik im echten Leben zu tun zu haben. Es gibt ihn ja gar nicht so selten, diesen Typ. Wenn auch meistens nicht ganz in dieser gerade bei RTL präsentierten Reinform. Personen, die so vollkommen in sich selbst eingesponnen sind, dass nichts von außen an sie heran kommt. Es sind narzisstische Persönlichkeiten. So ist Sarah Knappik mit ihren 24 Jahren felsenfest davon überzeugt, ein “voll krasses Leben” gehabt zu haben, “aus dem man ein Buch schreiben könnte”. Alles, was ihr passiert, hält die junge Frau für weltbewegend. Und seien es nur ihre von RTL ausführlichst dokumentierten Probleme beim Stuhlgang. Es geschieht ihr, also muss es bedeutend sein.

Das Dschungelcamp und die mediale Aufmerksamkeit verstärken diesen Effekt noch. Ex-Dschungelkönigin Désirée Nick schüttet in ihrer Bild.de Videokolumne “Dschungel-Gift” kübelweise Häme über der Knappik aus. Eine Facebook-Gruppe “Sarah Knappik – die erfolglose Dschungel-Heulsuse” gibt es selbstverständlich auch schon. Die Schlagzeilen zu Sarah Knappik lesen sich folgendermaßen: “Sarah und andere Brechreize für Jay”, “Sarah verweigert Hirn”, “Sarah Knappik wird zur Nerv-Natter”, “Sarah Knappik versagt kläglich”, “Camp-Zicke Sarah vermasselt ihre Prüfung”. Es bräuchte weitaus stärkere Charaktere als den von Sarah Knappik, um so etwas auszuhalten. 

Rainer Langhans hatte in seiner Sarah-Analyse recht: Sie sage ständig “Ich bin, ich bin, ich bin”. Aber alles, was sie sagt, ist sie nicht. Angeblich ist sie ja auch keine Vegetarierin. Das jedenfalls enthüllte ihre ehemalige Model-"Freundin" Gina-Lisa Lohfink. Und auch Sarah Knappik selbst sprach schon bei Johannes B. Kerner über ihren Faible für Cheeseburger. Mathieu Carrière meinte: “Sie ist kein sehr stabiles Mädchen.” Für Sarah Knappik und ihre Mit-Kandidaten wäre es das Beste, sie würde schnell aus dem Camp rausgewählt. Nach den gnadenlosen Regularien des Showbiz wird aber genau dies vermutlich nicht passieren. Die Sarah-Knappik-Show geht weiter.

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