Dschungelcamp: Carrière bei ‚Feinkost Käfer‘

“Ich bin kein Star, ich bin eine Amsel. Und ab flieg ich ins Geschlamsel”, erklärte die dauerschwadronierende Pudeldame Eva Jacbos gleich zu Beginn und machte klar, dass das Dschungelcamp Trash und Entertainment bietet, ganz sicher aber keine Kunst. Mitten im überschwemmten Australien startete die fünfte Staffel von “Ich bin ein Star, holt mich hier raus”. Schnell war klar: Die Stars sind das kongeniale Moderatoren-Duo Zietlow-Bach. Und: Die Besetzung ist perfekt, das Ekel-Camp funktioniert auf Anhieb.

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“Ihnen fehlen sie nicht, bei uns stören sie nicht”, moderierte Dirk Bach seine elf neuen Dschungel-Zöglinge an. Die seien “die erfolgloseste deutsche Elf seit Cordoba". Und gab damit den Ton für die kommenden Wochen an. Scheinbar mühelos malträtierten er und seine Kollegin Sonja Zietlow die Kandidaten, lästerten über gescheiterte Karrieren, leere Bankkonten und chirurgisch umgebaute Körper der elf Camp-Insassen. Die sorgten aber schon in den ersten Minuten für genügend Vorlagen. “Ich hab einfach Bock, wieder vor der Kamera zu stehen. Ich hab lang’ nix mehr gemacht”, gab der Ex-Moderator und derzeitige Restaurantbesitzer Peer Kusmagk direkt zu Beginn zu. So viel Ehrlichkeit bestrafte RTL prompt. Die von Schulden geplagte Kati Karrenbauer wurde mit dem Song “I need a Dollar” eingeführt, das Neu-Playmate Indira Weis mit dem passenden “When will I be famous”.

Jeder spielt seine Rolle
Die obligatorische Dschungelprüfung mussten Ex-Sternchen Indira Weis und Ex-Schauspielgröße Mathieu Carriere bestehen. Auf die beiden wartete ein Zahnarztstuhl mitten in der Wildnis: "Die gute Nachricht: Ihr müsst nicht Unangenehmes essen", erklärte Dirk Bach das Spiel. "Die schlechte ist: Ihr müsst etwas Unangenehmes in den Mund nehmen." Genauer: Zappelnde Stabheuschrecken, widerliche Wasserspinnen und eklige Rhinozeros-Kakerlaken. Carrière gab sich im Umgang mit der Dschungel-Variante von Feinkost Käfer souverän, Playmate Indira patzte kurz und verschenkte einen Stern und damit ein Abendessen für einen der Kandidaten.

Aber RTLs Plan geht auf. Die Auswahl der Kandiaten ist dem Sender absolut gelungen. Jeder Insasse spielte seine Rolle perfekt. Mathieu Carrière, der sich selbst als arrogantes Arschloch titulierte, legte sich direkt mit dem Drill Instructor an, der wirkte, als wäre er gerade aus der Therapie entlassen worden. Ex-Sänger Jay Khan mimt den coolen Beau. Ex-RTL-Sträfling Katy Karrenbauer gab gleich zu Beginn den Dschungelpanther und wies die ewig schwadronierende Pudeldame Eva Jacobs in die Schranken. Wer dann so gar nicht auffiel, war Schwimmer Thomas Rupprath, der darum bemüht ist, gut anzukommen und dabei unfassbar langweilig rüberkommt. Noch unerträglicher ist da eigentlich nur Alt-Kommundarde Rainer Langhans, der so gar keine Lust auf seine Dschungel-Kommune hat.

"Kein Geld auf der Booonk"
Der krasse Gegenentwurf war da der übertrieben tussige Frank “Froonk” Matthée. Der war gleich so präsent, dass er mit zehn Stimmen zum Team-Captain gefällt wurde. Der perfekte Anlass für Zietlow und Bach, über ihn zu witzeln: “Gewonnen hat Frank….Der Froooonk. Warum ist er hier, der Frooonk? Ist er Bloooonk? Hat er kein Geld auf der Booonk?” Das kongeniale Moderatoren-Duo verlieh der Sendung mit bitterem Zynismus und rotzfrechem Humor seine ganz eigene Note. Sie sind es, die “Ich bin ein Star, holt mich hier raus” wirklich sehenswert macht.

Die nächste Prüfung mit dem Namen "Friedhof der Kuscheltiere" steht schon fest: Dabei muss sich einer der Kandidaten mit einem Haufen Ratten in einen gläsernen Sarg legen und über eine 70 Meter tiefe Schlucht ziehen lassen. Wer die zu absolvieren hat, steht auch schon fest. Die RTL-Zuschauer haben Rainer Langhans gewählt. Vielleicht, damit man endlich mal was von dem stillen Dschungel-Unikum mitbekommt.

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