Dschungelcamp: Ekel-Snacks im Nebelwald

Nervenstrapazen, Nebelmaschinen und ein Nazi-Skandal: Am heutigen Freitag zieht wieder eine Truppe vergessener Prominenter zur Maden-Kur in das australische Outback. Vor dem Start der neuen Staffel "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" erklärt MEEDIA, warum sich, im Gegensatz zum Kriechtier, die Einwohner der kleinen Ortschaft Murwillumbah richtig über den Besuch der C-Prominenz freuen und weshalb man seinen rechten Arm lieber zum Feuerholzhacken verwenden sollte.

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Das Camp
Laut RTL sitzen die Kandidaten mitten im "gefährlichsten Dschungel der Welt", in dem es vor giftigen Schlangen, Spinnen und Skorpionen nur so wimmelt. Doch in Wirklichkeit wird die Show auf einer umgebauten Farm, nahe der australischen Kleinstadt Murwillumbah produziert. Ein "Frontal21"-Team versuchte bereits das schwer abgeriegelte Gelände zu filmen – erfolglos. Im Bericht der ZDF-Sendung erklärt Craig Cutting, der das Lager mit aufgebaut hat, dass beispielsweise eine Nebelmaschine dafür sorgt, dass es morgens schön giesig im Camp ist. In Murwillumbah freut man sich über den Besuch der C-Prominenz, denn die Filmcrew spült Geld in die Kasse und dadurch boomt die Wirtschaft der 8000-Einwohner-Stadt.
 
So sieht das Camp von oben aus. Die genauen Koordinaten sind laut Wikipedia 28° 15′ 40.76" S, 153° 21′ 1.61" E

Die Snacks
Am meisten gelitten haben dürfte Daniel Küblböck, als man ihn 2004 in einen gläsernen Kakerlaken-Sarg steckte. Der damals 18-Jährige strampelte und schrie wie am Spieß als die 30.000 Küchenschaben auf ihn hinab stürzten und in seinen Mund krochen. "Weinkrampf im TV – Küblböck von Kakerlaken gequält", lautete der damalige Bild-Titel – doch richtig ekelig wurde es erst in den weiteren Ausgaben: In Staffel zwei zerkaute Dschungel-Lästermaul Desiree Nick einen Känguru-Hoden, im dritten Durchgang musste Ross Anthony Krokodil-Penis und Känguru-Anus verspeisen und dank Loriell London wissen wir seit der vergangenen Ausgabe auch wie eine Penis-Colada aus Milch und Känguru-Genitalien schmeckt. In diesem Jahr wird zumindest einer diesen Ekel-Prüfungen entgehen. Mit Rainer Langhans ist erstmals ein Veganer dabei. Der Alt-68er hat mit RTL einen Sondervertrag ausgehandelt. Im Unterschied zu seinen Camp-Kumpanen wird er keine Tiere verspeisen müssen.

Die Dschungelsongs
Dschungelsongs gehören zu "Ich bin ein Star – holt mich hier aus!" wie das Anhängsel "Hacke-" zum Nachnamen von Camp-Zicke Caroline Beil. Zu allen bisherigen Staffeln ist eine Single erschienen, auf der die Teilnehmer zusammen trällern durften. In der ersten Staffel versuchte der spätere Dschungelkönig Costa Cordalis mit seinem unvergessen "Dschungel-Beat" ("Tanz den Dschungel-Beat, eins nach vorn, eins zurück…") seine Karriere anzukurbeln. In diesem Jahr liefern, wie bereits 2009 die Zipfelbuben – ja, sie heißen wirklich so – den passenden Camp-Soundtrack. Nach ihrem Village-People-Cover "Hier im Dschungel" lautet ihr Schlachtruf 2011: "Jetzt wird es heiß. Jetzt wird es heiß. Hey! Im Dschungel brennt ein Busch". Auf Witze über die hygienischen Zustände auf dem Insassen-Plumpsklo wird an dieser Stelle verzichtet.

Die Skandale
Neben aufsehenerregender Ekel-Prüfungen und Zickenkriegen hatte das Dschungelcamp sogar schon einen handfesten Nazi-Skandal zu bieten. Nein, nicht Ronald Barnabas Schill – der wollte angeblich zu viel Geld und durfte nicht mitreisen. DJ Tommek war der Verursacher. In der dritten Staffel 2008, kurz vor seiner Abreise ins Camp, erhob der Musiker in einem australischen Hotel den rechten Arm zum Hitler-Gruß, marschierte auf der Stelle und sang die erste Strophe des Deutschlandliedes. Am Ende des Videos, das Bild veröffentlichte, kommentierte Tomekk: "So viele Ausländer hier im Haus." RTL zog die Notbremse und warf den DJ aus der Show.

Der Erfolg
Nicht nur die Bild-Zeitung, sondern auch andere Blätter von der taz bis zur Süddeutschen setzen sich mit dem Format auseinander und tragen somit zum Erfolg von "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!" bei. Die Show erweckt nicht nur die voyeuristischen Reize schaulustiger Trash-TV-Gucker, den Prominenten bei Ekel-Proben oder scheinbar privaten Momenten am Lagerfeuer zuzuschauen, sondern auch den bildungsbürgerlichen Instinkt, sich über das menschenverachtende Ekelfernsehen zu echauffieren. In der Vergangenheit erzielte das Dschungelcamp regelmäßig Traumquoten. Bei den Werbekunden kam die Show hingegen weniger gut an. Obwohl es eines der erfolgreichsten Formate bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern ist, pausierte RTL die Show 2010 aufgrund geringer Werbebuchungen.
Man darf also gespannt sein, welche Werbepartner sich in der neuen Staffel trauen, ihre Genuss-Produkte zwischen Plumpskloschrubben und Kakerlaken-Snacks zu platzieren. Bereits in der ersten Folge, die heute Abend ab 22.15 Uhr (RTL) ausgestrahlt wird, geht es auf jeden Fall äußerst ekelig zu. Indira Weis und Mathieu Carrière werden in der ersten Prüfung zum Dschungel-Zahnarzt geschickt. Dort müssen die beiden lebendige Käfer, Krebse und Spinnen für mehrere Sekunden im Mund behalten.

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