Die Ungereimtheiten bei der “Maschi”-Doku

Der ARD-Film über den AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, “Der Drückerkönig”, wurde trotz heftigen juristischen Widerstands von Maschmeyer und seinem Anwalt Matthias Prinz am vergangenen Mittwochabend gesendet. Die Einschaltquoten waren sehr gut, fast vier Millionen Zuschauer schalteten ein. Womöglich auch wegen des von Maschmeyer und seinem Anwalt im Vorfeld entfachten Rummel. Nun legt die FAZ mit weiteren Details zu den juristischen Scharmützeln rund um den Film nach.

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Der ARD-Film über den AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, “Der Drückerkönig”, wurde trotz heftigen juristischen Widerstands von Maschmeyer und seinem Anwalt Matthias Prinz am vergangenen Mittwochabend gesendet. Die Einschaltquoten waren sehr gut, fast vier Millionen Zuschauer schalteten ein. Womöglich auch wegen des von Maschmeyer und seinem Anwalt im Vorfeld entfachten Rummel. Nun legt die FAZ mit weiteren Details zu den juristischen Scharmützeln rund um den Film nach.

Einer der Streitpunkte zwischen dem Lager Maschmeyer/Prinz und der ARD ist die Frage, ob das NDR-”Panorama”-Team um Chefreporter Christoph Lütgert im Vorfeld schriftlich Fragen an Maschmeyer gestellt hat oder nicht. Laut FAZ hat die ARD bereits Mitte November 2010 “Fragekomplexe” an Maschmeyer gesendet. Wohlgemerkt: Keine einfachen Fragen, sondern “Fragekomplexe”. Einer dieser “Fragekomplexe” wird in der FAZ wie folgt zitiert: “Es fällt auf und war wiederholt Gegenstand der Berichterstattung in zahlreichen Medien, dass Sie wie kaum ein zweiter Finanzmanager hervorragende Beziehungen zu Spitzenpolitikern vieler Parteien haben. Daraus ergeben sich Fragen, ob diese Nähe ein Geschäftsprinzip von Ihnen ist, wer wen anzieht – der Finanzmanager die Politiker oder die Politiker den Finanzmanager, wie Sie sich Ihren Erfolg bei den Politikern und die daraus resultierende Symbiose erklären.“

Sollten die anderen “Fragekomplexe” ähnlich ausgesehen haben, darf man sich bei der ARD kaum wundern, wenn Maschmeyer darauf nicht reagiert hat. “Konkret” ist dieser “Fragekomplex” in der Tat nicht. Aber natürlich wirkt es auch wie ein billiger Winkelzug des Maschmeyer-Lagers, Interviews mit der Begründung abzulehnen, die Fragen seien nicht “konkret” vorab übermittelt worden.

Medienanwalt Prinz hat noch am Tag der Ausstrahlung des Films der ARD eine Unterlassungserklärung zugestellt. Die ARD sollte darauf verzichten, zu zeigen, wie Lütgert Maschmeyer vor einem Vortrag stellt und um ein Interview bittet. Maschmeyer ignoriert den NDR-Reporter in der Szene sehr angestrengt und tritt nach einigen Minuten genervt die Flucht an. Maschmeyer macht in der Szene ganz und gar keine gute Figur. Er wirkt arrogant und überfordert. Lütgert kommt seinerseits aber auch nicht direkt sympathisch rüber, er wirkt aufdringlich und manipulativ.

Die ARD ist jedenfalls auf die Unterlassungsforderung nicht eingegangen, der Film wurde inklusive der beschriebenen Szene gesendet. Was Prinz und Maschmeyer mit der Unterlassung in letzter Minute erreichen wollen, ist nicht ganz klar. Vielleicht dass die Szene nicht wiederholt werden darf. Das Verhalten Maschmeyers ist jedenfalls nicht von Rationalität geprägt. Für Maschmeyer wäre es ein leichtes gewesen, dem NDR das Interview zu geben und im Prinzip das Gleiche zu sagen, was er am Tag nach der Ausstrahlung in der ihm zugeneigten Bild-Zeitung zu Protokoll gab. Damit hätte er dem rasenden NDR-Reporter einiges an Möglichkeiten zur Selbstinszenierung genommen und man hätte sich in dem Film mehr Zeit nehmen können, die Methode Maschmeyer den Zuschauern ein bisschen besser zu erklären.

So wirkt das alles wie ein Katz-und-Maus-Spiel, das ein NDR-Reporter und ein prominenter Geschäftsmann mit Hilfe ihrer Anwälte öffentlich austragen. Jeder nervt den anderen mit seinen Mitteln. “Maschi” setzt seinen Anwalt in Bewegung, Lütgert sein Kamera-Team.

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