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CSU mit alberner Anti-Grünen-Kampagne

"Ein Männlein steht im Walde, ganz grün und dumm. Es hat vor lauter Protest eine Steinschleuder um." Mit einem Viral-Video will die CSU zeigen, wie es hinter der Fassade der Grünen ausschaut. "Die Grünen sind im Kern immer noch die alte antibürgerliche Chaoten- und Steinewerfer-Partei von vor 30 Jahren", kommentierte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt das Video. Doch die neue Online-Kampagne der bayerischen Traditionspartei stößt selbst in den eigenen Reihen auf Kritik.

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In ihrer seit Oktober laufenden Kampagne macht die CSU Stimmung gegen Bündnis 90/Die Grünen. Auf der Partei-Homepage findet sich neben dem Video noch ein Plakat mit dem Titel "Scheinheilig. Unglaubwürdig. Grün." Das Ziel der Aktion ist klar: Den in den Umfragen starken Grünen soll ein Dämpfer verpasst werden. Doch ob das auf diese Weise Erfolg haben kann, scheint fraglich. Wo auch immer der Youtube-Clip verlinkt wird, hagelt es Kritik.
###YOUTUBEVIDEO###
Auf der CSU-Website schreibt eine Nutzerin: „So eine primitive und dumme Kampagne ist der CSU nicht würdig.“ Ein anderer Nutzer kommentiert: „So eine Kampagne kann doch nicht Euer ernst sein?!? Da komm ich als Ortsvorsitzender vor der lokalen Presse auch in Erklärungsnot und muss mich für so eine Kampagne bei den politischen Gegnern fast schon entschuldigen. Das sollte nicht unser Niveau sein. Bitte stoppt die Kampagne!“ In dem Blog Netzpolitik.org machen sich die Leser gar lächerlich über das Video. „Da krieg ich ja einen spontanen Fremdschämanfall für die offenbar unglaublich dummen Urheber“, heißt es in einem Kommentar. Und auf Youtube? Da hat die CSU sicherheitshalber die Kommentarfunktion abgestellt. Aber das Urteil ist auch dort deutlich: 200 „Likes“ stehen 2.000 „Dislikes“ gegenüber.
Einem scheint es zu gefallen: Der Generalsekretär der CSU, Alexander Dobrindt, sagte zum Sender on3-Südwild des Bayerischen Rundfunks, seine Lieblingsstelle im Video sei die, an der dem Strichmännchen die rote Beule wachse. Hinter so einem Clip stecke natürlich „eine Strategie“ und der Generalsekretär sei derjenige, der „den Impuls dafür geben muss“. Denn: „Im Internet muss man die Sau rauslassen!“
Die Internetkompetenz seiner Partei schätzt Dobrindt sehr positiv ein. „Ich glaube, dass wir am weitesten sind“, sagte er zu on3. Derzeit sorgt Dobrindt noch dafür, dass über seine Botschaften aus dem "echten Leben" auf Twitter und Facebook diskutiert wird. Er selbst habe auf diesen Gebieten „noch Nachholbedarf“.

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