Media Markt schasst seine Werbeagentur

Mieser Jahresstart für die renommierte Kreativagentur Kempertrautmann: Die Hamburger verlieren zum Sommer ihre Cash Cow Media Markt. Das Unternehmen teilte mit, man sei auf der Suche nach einem neuen Modell zur Umsetzung einer Multichannel-Strategie. Künftig wolle man auch in der Werbung auf multimediale Ansätze zurückgreifen könne. Deshalb wolle der Konzern die Zusammenarbeit mit der Hamburger Agentur Mitte des Jahres auslaufen lassen. Ob es zu einem Pitch kommt, ist noch nicht bekannt.

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Noch steht nicht fest, wen Media Markt stattdessen wählt, ob sich der Konzern mit mehreren Spezialagenturen zusammen tut oder unter Umständen einen Pitch startet, zu dem auch Kempertrautmann eingeladen wird. Auch ist noch nicht klar, ob die Agentur überhaupt an einem solchen Pitch teilnehmen würde. Denn zur Media-Markt-Mitteilung wollten sich die Hamburger bisher nicht äußern. Kempertrautmann verwaltete seit Jahren die Kampagnen der Elektronikmarktkette in Funk und Fernsehen – zuletzt mit Comedian Mario Barth als dreistes Werbemaskottchen.

Geil ist nicht geil
Michael Rook, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Media Markt, begründet die Trennung in einem Schreiben folgendermaßen: "Unser Anspruch als Nummer Eins ist es, den Kunden dort zu erreichen, wo er es von uns erwartet. Künftig suchen wir einen Partner, der unsere Marke intensiv in Richtung Multichannel begleitet.” Genau in diese Richtung hatte Kempertrautmann im vergangenen Jahr noch investiert. Mit Tribal-DDB-Manager Martin Drust und der Übernahme der auf Online-Kommunikation spezialisierten Agentur Oysterbay.

Ob diese Einkäufe nur der verzweifelte Versuch einer Agentur waren, einen unzufriedenen Kunden bei Laune zu halten oder ob MediaMarkt schlicht seinen Werbeetat kürzen will, darüber lässt sich nur mutmaßen. Allerings lief das vergangene Geschäftsjahr für die Media-Markt-Mutter MetroGroup eher mau. Die Umsätze im vierten Quartal 2010 sanken in Deutschland um 2,6 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro.

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