Kult-Ratte Heidi: das schielende Opossum

Ein eigener Song, Berichte in Funk und Fernsehen und schon über 100.000 Fans auf Facebook und damit mehr als die Kanzlerin: Heidi ist groß im Geschäft. Und das schon im Alter von nur zwei Jahren. Aber Heidi ist kein Mensch, sondern ein Opossum - genauer: ein schielendes Opossum. Und obwohl die übergewichtige Beutelratte momentan in der Winterstarre verharrt, läuft die PR-Maschinerie schon heiß. Der Zoo Leipzig wittert das große Geschäft mit dem kleinen Säugetier. Trotzdem darf Heidi zur Zeit niemand sehen.

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Die kleine Beutelratte kriegt gar nicht mit, wie viel Rummel derzeit um ihre Person gemacht wird. Derzeit ist das schielende Opossum auf dem besten Weg “Germany’s Next Knut” zu werden. Nachdem das süße Eisbärbaby zum ausgewachsenen Bär mutiert ist, waren die Medien lange Zeit auf der Suche nach knuffigem Ersatz. Das übergewichtige Opossum aus dem Leipziger Zoo ist nun auf dem besten Weg, Thronfolger zu sein.

Schon 113.000 Fans
Erstmals erfuhr die Öffentlichkeit im Dezember von Heidi, die in die derzeit entstehende Tropenhalle "Gondwanaland" im Leipziger Zoo einziehen soll. Bei einem Fototermin ist die Beutelratte wegen ihrer Augenfehlstellung bekannt geworden. Danach ging alles rasend schnell. Die Bild brachte die Geschichte zuerst, die britische Daily Mail folgte. Der nächste Schritt war eine eigene Facebook-Fanpage. Auf der haben sich in nur drei Monaten rund 113.000 User versammelt. Vor vier Tagen waren es noch 50.000.

Solch ein Happy End kann nur freuen, wenn man sich Heidis zerrüttete Biographie anschaut. Ursprünglich in North Carolina geboren, wo Beutelratten als lästige Plage gelten, und dann nach Dänemark geflüchtet, landete Heidi schließlich im Zoo Leipzig. Der kümmert sich jetzt rührend um das Opossum, das offenbar eine kleine Fresssucht entwickelte. Jetzt ist Heidi auf eine rohfaserreiche und energiearme Diät gesetzt und hat bereits einige hundert Gramm Gewicht verloren. Ihren Schwanz kann sie nun wieder zum Klettern nutzen. Allerdings vermuten die Tierärzte, dass die Fettsucht des kleinen Nagers auch ein Grund für seine Augenfehlstellung ist. Demnach würden Fetteinlagerungen die Augen nach außen drücken. Das könnte aber auch bedeuten, dass Heidi durch eine Diät ihren schielenden Charme verlieren könnte.

"Sie hat das Potenzial zum Werbestar"
Doch vorher folgt erst noch der nächste Schritt auf der Karriereleiter: Ein eigenes Plüschtier, mit dem sich der Zoo Mehreinnahmen erhofft. Die‘> hat bereits mit der Produktion der schielenden Plüschratten begonnen. Und nachdem das Krokodil Schnappi und Eisbär Knut ihre Hymnen hatten, bekommt natürlich auch Heidi musikalische Unterstützung. Den Song “Opossum Heidi schielt” hat Stefan Langner von der Band 90Grad komponiert.

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Der Medienpsychologe Jo Groebel sagt der Beutelratte sogar eine Zukunft in der Werbung voraus. „Sie hat das Potenzial zum Werbe-Star“, so Groebel zum Berliner Kurier. „Bei der Augenstellung sind natürlich Wein und andere Alkoholika ausgeschlossen. Süßigkeiten wären ideal.“ Einen Haken hat die Sache aber dennoch: Derzeit dürfen Zuschauer Heidi noch nicht sehen. Erst am 1. Juli 2011, wenn der Leipziger Zoo seine Tropenerlebniswelt Gondwanaland eröffnet, haben Heidi und ihre Opossumfreunde ihren großen Auftritt. Ob der Hype bis dahin anhält, ist fraglich.

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