Die tragische Nicht-Karriere von Indira

RTL hat das Personal für die Dschungel-Show “Ich bin ein Star - holt mich hier raus!” bekanntgegeben. Neben dem schmerzfreien Mathieu Carrière oder “Hinter Gittern”-Darstellerin Katy Karrenbauer (“Walter”) ist auch Indira Weis mit von der Partie. Die Karriere der Ex-Sängerin von "Bro’Sis" wollte noch nie recht zünden. Während andere in der Dschungel-Show ihren Ruhestand vergolden lassen, sieht Indira mal wieder ein Sprungbrett zum Ruhm. Ihre Laufbahn ist eine Nicht-Karriere mit tragischen Zügen.

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Die Biografie von Indira (eigentlich Verena) Weis als öffentliche Person ist eine, die junge Frauen abschrecken könnte, es mit dem Showgeschäft zu versuchen. Sie begann als Praktikantin bei einer Internet-Agentur, war später beim privaten hessischen Jugendradio Planet Radio, einer FFH-Tochter, beschäftigt. Dort, Privatradio kann gnadenlos menschenverheizend sein, kam man auf die Idee, die hübsche Verena zum Casting für die TV-Show “Popstars” zu schicken. Das Unheil nahm seinen Lauf.

Sie wurde in die Retorten-Kombo "Bro’Sis" aufgenommen. Die Kapelle hatte zwar nie besonders großen Erfolg, trotzdem kennt man Indira heute immer noch als Ex-"Bro’Sis"-Mitglied, wenn man sie medial irgendwo einordnen muss. "Bro’Sis" war der Anfangs- und gleichzeitig der Endpunkt ihrer Show-Karriere. Danach kam nicht mehr viel. Kurzauftritte in zwei TV-Serien, eine Rolle in einem Musical in Trier, eine Handvoll erfolglose Musikaufnahmen.

2009 coverte sie Rudi Carrells ollen Schlager “Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?” weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sie nahm dann ein Liedchen namens “Oh” auf, dessen Musikvideo nie offiziell ausgestrahlt wurde. Anfang 2010 verkündete sie öffentlich, auf eine Schauspielschule nach New York zu gehen. Bei der Einreise wurde sie festgesetzt, weil sie keine Arbeitsgenehmigung in den USA hatte und kam immerhin mit ihrer Nachricht im US-Knast kurz in die Presse. Bitter.

Auf dem vergangenen Oktober-Fest versuchte Indira mit einem “spontanen” T-Shirt-Aufreißen die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu lenken, was nur bedingt gelang. Es reichte immerhin für eine belanglose Bildergalerie auf der Website der regionalen Boulevardzeitung tz. Sie drehte laut Wikipedia nun im Januar ein Musikvideo für ihr neues Liedchen “Hol de Radio” auf dem Marktplatz in Heppenheim und im südhessischen Bensheim. Das Lied will sie später im Jahr auf dem Ballermann auf Mallorca in der Disco Megapark singen. Sie würde wahrscheinlich sagen: “performen”. Der Ballermann sei schon immer “ein großer Traum” gewesen, gab sie jüngst zu Protokoll. Und weiter: “Der Ballermann ist für mich ein Sprungbrett und ein Ritterschlag.” Der Ballermann als “Sprungbrett” und “Ritterschlag”? Und vorher noch schnell nackig machen für den Playboy und im RTL-Dschungel ein paar Kakerlaken futtern? Ach, Indira. Teddy Adorno hat geschrieben: “Fun ist ein Stahlbad.” Uns scheint, du hast ein wenig zu lange und zu heiß im Fun gebadet, als gut für Dich wäre.

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