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Die IVW-Jahresbilanz der News-Websites

Der größte Aufsteiger unter den zehn populärsten Nachrichten-Websites des Landes heißt 2010 nicht Bild.de, sondern Zeit online. Das ist eins der Ergebnisse der großen IVW-Jahresbilanz, für die MEEDIA aus den Visits der vergangenen 12 Monate Durchschnittszahlen errechnet hat. Ein weiteres Ergebnis: Unter den Top-50-Angeboten gibt es nur drei Verlierer: Handelsblatt.com, manager magazin online und die Rhein-Zeitung. Die Nummer 1 heißt 2010 aber erstmals Bild.de.

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46,12 Mio. Visits hat Bild.de im abgelaufenen Jahr gegenüber 2009 hinzugewonnen – ein Plus von 46,3%. Damit wurde Spiegel Online überholt und gleich deklassiert. 2009 war SpOn nämlich noch die Nummer 1 des Nachrichtenmarktes – mit 110,63 Mio. Visits gegenüber 99,68 Mio. bei Bild.de. Für unsere Jahresbilanz haben wir für alle Websites, die wir in die Nachrichten-Kategorie eingeordnet haben, Monats-Durchschnittszahlen errechnet. In die Wertung kamen dementsprechend nur die Angebote, für die auch Zahlen aus allen 12 Monaten vorlagen.

Im Gegensatz zu unseren aktuellen IVW-Analysen des Nachrichtenmarktes haben wir für unsere Jahresbilanz die Gesamt-Visits und nicht nur die redaktionellen Visits herangezogen. Hauptgrund für diese Entscheidung: Kategorien-Visits gibt es erst seit November 2009. Ein Jahres-Vergleich zwischen 2010 und 2009 wäre daher nicht möglich. Nebenwirkung: N24 und News.de wurden herausgefiltert, da hier die große Mehrheit der Visits nicht mit Nachrichten-Inhalten erzielt werden, sondern mit fremden Websites bzw. einem Shopping-Beiboot. News.de wäre aber ohnehin nicht dabei gewesen, da hier keine Zahlen aus dem März vorliegen.

Unter den zehn populärsten News-Websites gibt es eine, die prozentual gesehen noch mehr gewonnen hat als Bild.de: Zeit online legte auf Platz 9 um satte 51,0% zu und nähert sich damit allmählich auch dem auf Rang 8 platzierten stern.de an. Ebenfalls deutlich zulegen konnten 2010 Welt Online (32,3%) und RP Online (30,7%), am wenigsten hinzu gewonnen haben aus der Top Ten Spiegel Online (15,8%) und Focus Online (16,5%).

Auf den Rängen 11 bis 25 folgen dann ein paar prozentual gesehen noch größere Gewinner: Die Hamburger Morgenpost verbesserte sich gegenüber 2009 um sage und schreibe 96,5%, der Münchner Merkur um 68,9%. Die taz gehört mit einem Plus von 43,9% ebenfalls zu den großen Gewinnern des Jahres. Auch zwei der drei Top-50-Verlierer finden sich auf den Rängen 11 bis 25: Handelsblatt.com büßte 3,3% der Vorjahres-Visits ein, manager magazin online sogar heftige 16,7%. Die Websites mit Schwerpunkt Wirtschaft und Finanzen hatten es 2010 allerdings auch schwer: Nach dem Wirtschaftskrisenjahr 2009, das überdurchschnittlich viel Publikum auf ihre Seiten gespült hat, war die Nachrichtenlage 2010 für sie nicht mehr ganz so spektakulär. Dass Handelsblatt und manager magazin ihre Zahlen aber nichtmal halten konnten, ist schon bitter. Denn: Die FTD und die Wirtschaftswoche konnten sich immerhin um 7,0% bzw. 2,2% verbessern.

Die zweite Hälfte unseres Rankings wird von zwei weiteren gigantischen Gewinnern angeführt: tz online und die BZ aus Berlin legten 2010 um 81,2% bzw. 94,1% zu und kletterten in den Nachrichten-Charts ach oben. Den allergrößten prozentualen Sprung machte der Volksfreund aus Trier. Allerdings stammt das große Wachstum hier nicht aus den redaktionellen Inhalten, sondern vor allem aus der Kategorie "User generierter Content". Warum die Rhein-Zeitung neben Handelsblatt und manager magazin der einzige Verlierer aus unserer Top 50 ist, ist etwas schleierhaft. Offenbar gibt es hier einen großen Unterschied zwischen der Außenwirkung mit Social-Media-Experimenten oder Aktionen wie der, Sascha Lobo einen Tag zum Chefredakteur zu machen und dem tatsächlichen Erfolg der Website. Ein Minus von 7,6% spricht zumindest für sich.

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