Mac App Store: (noch) nichts für Verlage

Während Apps auf Smartphones längst Standard sind, sind Computer bislang Neuland für die kleinen Programme. Seit Ende vergangener Woche ist Apples Appstore für den Mac online. Und verbuchte gleich eine Million Downloads am ersten Tag. Aber ist es nur eine Software-Verkaufsstelle? Oder eine neue Spielwiese für Medienunternehmen? Wir haben uns die Plattform einmal genauer angeschaut. Und erklären, warum die Plattform (noch) nicht für Verlage und Medienhäuser taugt. Und warum die Devise lautet: "Think small".

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Während Apps auf Smartphones längst Standard sind, sind Computer bislang Neuland für die kleinen Programme. Seit Ende vergangener Woche ist Apples Appstore für den Mac online. Und verbuchte gleich eine Million Downloads am ersten Tag. Aber ist es nur eine Software-Verkaufsstelle? Oder eine neue Spielwiese für Medienunternehmen? Wir haben uns die Plattform einmal genauer angeschaut. Und erklären, warum die Plattform (noch) nicht für Verlage und Medienhäuser taugt. Und warum die Devise lautet: "Think small".
Eigentlich ist der neue Appstore für den Mac “no big deal”. Denn wer ein Smartphone besitzt, der weiß, was ihn erwartet: Programme, die ich mit einigen Klicks herunterlade. Ich muss nicht mehr die Webseiten der Software-Publisher abgrasen oder in den Laden gehen, um Software zu kaufen, um sie dann per CD oder DVD zu installieren. Und habe meine Software in Listen und Kategorien sortiert an einem Ort verfügbar. Zumindest der Appstore für iPhone und Co. war für Verlage weltweit ein Gamechanger. Aber wie schaut es auf normalen Computern aus? Sind die nach dem Tablet-Boom überhaupt noch interessant für die Medienbranche?

Deutsche Apps noch Mangelware
Nach dem Update von Mac OSX auf Version 10.6.6 findet sich das Symbol für den Mac App Store im Dock. Der Store selbst präsentiert sich im gewohnten iTunes-Look. Und nach demselben Prinzip funktioniert er auch. Ich sehe eine App, ich kaufe sie – und habe sie mit einem Klick installiert.

Das Angebot ist, zumindest für den deutschen Markt, noch etwas mau. Neben diversen kurzweiligen Spielen gibt es auch einige kostenlose Tools. Von Apple stehen unter anderem iPhoto, iMovie, GarageBand (jeweils 11,99€), sowie Pages, Keynote und Numbers (jeweils 15,99€) bereit. Das Bildbearbeitungsprogramm Aperture gibt es für 62,99 Euro. Das ist rund 136€ günstiger als die aktuelle Boxversion. Hier sind die deutschen Software-Publisher gefragt.

Noch kein Terrain für Medienhäuser
Doch wenn Apps für die Verlage und Medienhäuser so enorme Bedeutung haben, muss man sich auch die Frage nach Brauchbarkeit von Medien-Apps auf einem “normalen” Computer stellen. Apps auf dem Smartphone funktionieren bisher, indem sie Webseiten-Inhalte smartphonegerecht aufbereiten. Solch ein Modell wäre auf dem Rechner recht sinnlos. Liegt der Browser doch nur einen Klick entfernt. Mashable launchte bereits eine App für den Mac. Doch bei einem ersten Test bietet das kleine Desktop-Programm keinerlei Zusatznutzen. Sie bringt die Webseiten-Inhalte lediglich thematisch unterteil im Zwei-Spalten-Layout.

Wollen Medienunternehmen auf dem Mac App Store punkten, braucht es neue Ansätze. Reine Nachrichtenapps würden Online-Inhalten nur unnötig in Paketform verknappen. Wie eine Alternative aussehen könnte, ist noch unklar. Vielleicht geht es nicht darum, journalistischen Inhalte wieder eine neue Heimat zu geben, sondern nach anderen Inhalten für Desktop-Apps zu suchen. Dafür müssten die Medienhäuser gar nicht in die Ferne schweifen. stern.de hat für Facebook eine Rebus-App entwickelt, die auch in einer Desktop-App Verwendung finden könnte. Zeit Online hat eine riesige Datenbank aus Stimmt’s?-Kolumen, die schon für iPhone und Co. als Quiz aufbereitet wurden. Warum dann nicht als Mac-App? Und gerade Food-Portale müssten lediglich ihre Rezeptdatenbanken optimieren. Die Devise dürfte für die Medienbranche wohl das erste Mal seit langer Zeit lauten: “Think small”: Kleine Inhalte mit großem Nutzen für große Rechner.

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