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Die zehn besten Links zu Open Data

Der Begriff Open Data ist mit der Veröffentlichung der Afghanistan-Warlogs bei Wikileaks zum Stichwort geworden. Dahinter verbirgt sich eine Praxis, die vorhandene Daten für Jedermann verfügbar machen will. Dies reicht von der Aufbereitung von Forschungsdaten bis hin zur Veröffentlichung des Abstimmungsverhaltens von Abgeordneten in Internetdatenbanken. Darunter viele Tools, die sowohl für Bürger als auch für Journalisten hilfreich sind. MEEDIA stellt die zehn besten Links zum Thema Open Data vor.

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Register offene Daten
Das Register offene Daten, ein Projekt des Opendata Network Deutschland. Das Register funktioniert wie ein Katalog in dem man Daten einschließlich deren Fundstellen suchen, eintragen und anfragen kann. Das Register offene Daten umfasst vielfältige und umfangreiche Daten aus Politik, öffentlicher Verwaltung, Bibliotheken, aus Wissenschaft und Forschung. Auf offenedaten.de findet man beispielsweise den Index der Tarifverdienste und Arbeitszeiten oder einen Verweis auf das Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes.

ZDF-Parlameter
Das ZDF-Parlameter, das 2009 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie Information ausgezeichnet wurde, macht namentliche Abstimmungen der Bundestagsabgeordneten transparent. Mit Hilfe einer aufwändigen Grafikanwendung kann der Nutzer herausfinden, welcher Parlamentarier wie abgestimmt hat und gezielt das Abstimmungsverhalten einer bestimmten Abstimmung analysieren. Die Abgeordneten und deren Abstimmungsverhalten lässt sich aber auch nach bestimmten Kriterien filtern, wie zum Beispiel Bundesland, Geschlecht, Höhe des Nebeneinkommens, Nebentätigkeiten, etc.

Bundestagger
Kurz gesagt, macht der BundesTagger die Plenarprotokoll des Bundestages zugänglicher. Die Seite zieht mittels sogenannten Scrapings Rohdaten aus den vom Bundestag als PDF-Dateien veröffentlichten Plenarprotokollen heraus und bereitet diese nach Themen und Personen aufgelistet auf. Es können auch Abschnitte von Parlamentsreden mit Anmerkungen versehen und getaggt werden. Auf der Seite finden sich auch aus Protokollen generierte Statistiken wie „Top 20 Mitglieder des Bundestages mit den meisten Zurufen“ oder „Politiker, die am meisten Heiterkeit ausgelöst haben“.

Petition24
Die Seite Petition24 listet alle aktuell und ehemals beim Deutschen Bundestag anhängigen Petition auf. Auf der Startseite findet sich ein Index der beliebtesten laufenden Petitionen, die den Zuwachs an Mitzeichnern und die noch ausstehende Laufzeit der jeweiligen Petition anzeigt. Die Unterseiten zu den einzelnen Petitionen enthalten weitergehende Informationen wie den Inhalt und die Begründung der Petition, die Entwicklung der Zahl der Mitzeichner und eine Quorums-Prognose.

Dokumentations- und Informationssystem (DIP)
Diese Datenbank des Deutschen Bundestages beinhaltet unzählige Dokumente des Deutschen Bundestages von 1976 bis heute. Mit Hilfe des DIP lassen sich parlamentarischen Vorgänge und der Stand der Gesetzgebung durchsuchen – die Datenbank enthält Einzeldokumente in Form von PDF-Dateien und dokumentiert Aktivitäten von Personen. Als Suchkriterien stehen das Sachgebiet oder die verfassende Person oder Körperschaft zur Verfügung. Ebenso lässt sich im DIP nach bestimmten Suchwörtern suchen. Es ist auch möglich, ganz bestimmte Drucksachen herauszusuchen oder Drucksachen einer bestimmten Art, wie z. B. Große Anfragen, Änderungsanträge oder Anrufungen des Vermittlungsausschusses.

Nebeneinkuenfte-bundestag.de
Die Betreiber dieser Seite werten Rohdaten zu Nebeneinkünften von Bundestagsabgeordneten, die die Bundestagsverwaltung zur Verfügung stellt, aus und bereiten sie in benutzerfreundlicher Weise auf. Die Daten sind zunächst sortiert nach Kriterien wie „Abgeordnete mit den höchsten angegebenen Nebeneinkünften“ oder „Abgeordnete mit den meisten angegebenen Vertragspartnern“. Zudem lässt sich gezielt nach Namen, Parteien und Vertragspartnern suchen. Eine Extraseite enthält allgemeine Informationen zum Thema Nebeneinkünfte und einige Statistiken.

FarmSubsidy.org
Schon fast ein Klassiker: Die Seite farmsubsidy.org bietet die Möglichkeit nachzuschauen, welcher landwirtschaftliche Betrieb Agrarsubventionen der Europäischen Union erhalten hat und in welcher Höhe. Die Daten stammen aus Anfragen, die von Journalisten, die die Seite betreiben, auf der Grundlage von Informationsfreiheitsgesetzen an verschiedene staatliche Stellen innerhalb der EU gerichtet haben. Auf farmsubsidy.org finden sich auch eine Übersicht der größten Empfänger von Agrarsubventionen in der EU und Statistiken der größten Subventionsempfänger für jedes EU-Land.

Lobbyistenliste des Deutschen Bundestages
Eine einzelne PDF-Datei – dafür aber 738 Seiten stark. Die ständig aktualisierte Liste aller beim Bundestag registrierten Verbände listet alle beim Parlament registrierten Organisationen auf. Zu jedem Verband finden sich Zusatzinformationen zu Sitz, Vorstand und Geschäftsführung, Interessenbereich und angeschlossenen Organisationen. Der Eintrag in die Lobbyistenliste des Bundestages ist jedoch nicht verpflichtend, aus der Eintragung entstehen den eingetragenen Organisationen aber auch keine Rechte. Für Journalisten dennoch ein guter Anhaltspunkt, um Informationen für ein bestimmtes Themengebiet zu finden.

Top Secret America
Die Washington Post hat über zwei Jahre lang zahlreiche geheime Behörden der USA unter die Lupe genommen und die Ergebnisse der Untersuchung vergangene Woche in einem Online-Dossier mit dem Namen „Top Secret America“ veröffentlicht. Das Dossier beinhaltet Informationen zu insgesamt 45 Behörden und 1931 Unternehmen, die mit als „topsecret” klassifizierten Aufgaben betraut sind. Die Untersuchungsergebnisse sind in sehr hochwertiger Weise grafisch aufbereitet und alle miteinander verlinkt. Das Dossier enthält Karten, auf denen die Ergebnisse visualisiert werden, Verbindungsdiagramme und eine Firmensuche. Mittels eines Diagramms lässt sich zum Beispiel sehen, welche Behörde mit wievielen privaten Unternehmen zusammenarbeitet.

The World Bank Open Data
Erst vor kurzem stellte die Weltbank eine umfangreiche Datensammlung online. Der Datenkatalog bietet die Möglichkeit, Daten zu insgesamt 2.000 Indikatoren verschiedenen Indikatoren anzusehen und herunterzuladen. Die Themengebiete reichen von den Bereichen Entwicklung, Finanzen und Wirtschaft über Forschungsdatenbanken und Analysetools bis hin zu Daten zu den Millenniums-Entwicklungszielen und Datenbanken zu Schulden. Für die nötige Navigation sorgt eine Liste aller verfügbaren Indikatoren, die Daten sind aber auch nach Themen sortiert. Diagramme, Grafiken und Statistiken sorgen für Auflockerung.

Für Juni/Juli 2010 ist Lobbypedia, ein Katalog über die Lobbybranche von Lobbycontrol e. V. angekündigt. Ebenfalls noch dieses Jahr sollen Open Bundestag und meine-Demokratie.de gelauncht werden.

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