Focus: 1 Euro-Heft und neue Digitalausgabe

Der Focus wird volljährig: Das im Januar 1993 erstmals erschienene Burda-Magazin bekommt zum Geburtstag einen kräftigen vertrieblichen und werblichen Anschub. So wird die Ausgabe am 17. Januar zum Dumpingpreis von einem Euro am Kiosk liegen, flankiert von einer umfangreichen von der Agentur Ogilvy entwickelten Abverkaufskampagne. Der einmalig reduzierte Copypreis gilt auch für die neue digitale Ausgabe des Focus, die ebenfalls erstmals mit der Heftfolge 03/11 erscheint.

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Das umfangreiche Maßnahmenpaket zum Jubiläum soll die Aufmerksamkeit auf das gewandelte Konzept der neuen Chefredaktion lenken. Im Herbst war Wolfram Weimer auf den scheidenden Gründer Helmut Markwort als Chefredakteur gefolgt, Philipp Welte übernahm von Markwort den Geschäftsführer-Posten sowie zum Jahreswechsel dessen Vorstandssitz. Welte gilt zusammen mit Verleger Hubert Burda als Treiber einer Repositionierung des Focus, der vom Fakten- zum Debatten-Magazin aufgewertet werden soll. Zugleich galt es, die Redaktionsabläufe zu optimieren. Bei einem einvernehmlichen Personalabbau waren 2010 rund 60 Stellen eingespart worden.
Nun will der Focus Flagge zeigen und beweisen, dass das neue Konzept auch am Vertriebsmarkt greift. Im vierten Quartal hatten die Chefredakteure Wolfram Weimer und Uli Baur neben Achtungserfolgen im Einzelverkauf auch einige Flops gelandet. Der Spiegel, mit dem sich Weimer so gern auf Augenhöhe sehen würde, ist im Heftverkauf noch Welten entfernt. Immerhin ging es für den Focus mit den ersten beiden Heften 2011 kräftig aufwärts. Der Titel von Heft 1 könnte dabei das Motto der Blattmacher sein: "Ja, ich schaffe das. So funktioniert Selbstmotivation".
Dass es mit Selbstbewusstsein allein nicht getan ist, weiß man in München natürlich auch. So wird auch ordentlich für den neuen Focus getrommelt. In der ersten Phase der Werbekampagne liegt der Schwerpunkt auf vertrieblichen Maßnahmen. Die von der Agentur Ogilvy neu gestaltete Abverkaufswerbung wird umfangreich in TV, Radio, Tageszeitungen, Online, Mobile und Infoscreens eingebucht. Flankierend werden am Point of Sale neue Werbemittel und Präsentationsformen eingesetzt.
Gespannt sein darf man auch auf den neuen digitalen Focus. Das E-Magazin ist künftig über den weltweit operierenden Multiplattform-Kiosk zinio via Internet-Browser und über dessen mobile Anwendungen auf den gängigen Tablet-Rechnern (u.a. Apple iPad und Samsung Galaxy Tab) und Smartphones (u.a. Apple iPhone) erhältlich. Somit entfällt die Entwicklung gerätespezifischer Apps, was aufgrund der geringeren Kosten und der Unabhängigkeit vom App-Store durchaus wegweisend sein könnte.
Der reguläre Preis für die Digitalausgabe liegt bei 3,50 Euro pro Nummer. Print-Abonnenten bekommen das digitale Angebot für einen geringen Aufpreis. Die Lösung hat das konzerneigene Media Innovation Lab entwickelt. Sie ist Teil von Burdas Multiplattformstrategie für digitale Distributionswege und der erste Schritt einer mehrstufigen Entwicklungsphase für das Nachrichtenmagazin.

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