Nach Eröffnung: Mac-App-Store gehackt

Die Grenzen zwischen den Apple-Geräten verschwinden immer mehr. Denn gestern eröffnete der Apfel-Konzern seinen App-Store für Mac-Rechner. Damit verschmelzen iPhones, iPads und Computer immer mehr. Zum Start gibt es rund 1.000 Programme – allerdings auch die ersten Probleme. So soll die Hacker-Gang "Hackulous" bereits die Sicherheitsbarrieren der neuen Vertriebsplattform geknackt haben. Der neue Online-Shop schürrt Ängste, dass auch die Mac-Rechner zu einem geschlossenen System mutieren.

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Die Vorteile des neuen Softwareportals sollen vor allem im Auffinden, Installieren und Aktualisieren von Programmen liegen. “Mit über 1.000 Apps hat der Mac-App-Store einen guten Start”, kommentiert Apple-Boss Jobs. “Wir glauben, dass die Anwender diese innovative neue Möglichkeit, um ihre Lieblings-Apps zu entdecken und zu kaufen, lieben werden.” Allerdings läuft der neue Laden nur auf dem Betriebssystem OSX 10.6 Snow Leopard. Nutzer mit einem älteren Mac kommen erst einmal nicht in den Genuss des Online-Shops.

Der frische App-Store ist genauso aufgebaut, wie bereits seine großen Geschwister für das iPhone und das iPad. Unterteilt ist das Angebot in die Kategorien Bildung, Spiele, Grafik und Design, Lifestyle, Produktivität und Dienstprogramme.

"Der App-Store revolutionierte mobile Apps", sagte Jobs. “Wir hoffen dasselbe mit dem Mac-App-Store für Computer-Apps zu schaffen, indem wir das Finden und Kaufen von Apps leicht und spaßig machen."

Bei den mobilen iGeräten ist das App-Konzept bislang tatsächlich ein riesiger Erfolg. Im Vergleich zu Rechner-Programmen haben die iPhone- oder iPad-Besitzer allerdings auch keine Alternativen. Die mobilen Geräte sind geschlossene Systeme. Hat Apple Erfolg mit dem Konzept auf dem Mac, besteht die Gefahr, dass nach dem iPhone auch der Mac zu einem geschlossenen System mutiert.

Bisher haben die User die freie Wahl, welche Software sie installieren wollen. Egal, ob es ein Client zum Download urheberrechtlich geschützter Inhalte (wie Bittorrent) ist, ein Ressourcen verschlingendes Schnittprogramm (wie Final Cut) oder ein Konkurrenzprodukt zu einem bereits bestehenden Produkt (wie Firefox). Die App-Store-Logik würde solche Programme nicht mehr zulassen. Die vorgegebenen Richtlinien sprechen eine klare Sprache. Keine Testversionen dürfen es sein, keine Stromfresser, keine Filesharingdienste, keine süchtig machenden Apps, keine diffamierenden, keine Killerspiele und keine Apps, die vorinstallierte Apple-Dienste replizieren. Nicht umsonst gibt es kein anderes Mailprogramm für das iPhone als das vorinstallierte "Mail".

Kein Wunder, dass viele Nerds oder die Hacker, wie die Jungs und Mädels von "Hackulous", den neuen App-Shop sehr kritisch sehen. Die Hacker-Gruppe behauptet bereits ein Programm Namens "Kickback" entwickelt zu haben, das es ermöglichen soll, alle Apps aus dem Mac App-Store kostenlos herunter zu saugen. Zum Einsatz kam das Tool allerdings noch nicht. Die Hacker wollen warten, bis sich die die Zahl der schlechten Apps deutlich erhöht. T3n vermutet, dass die Hacker die Entwickler von guten Programmen, die wohl noch in der Überzahl sind, erst einmal nicht frustrieren wollen.

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