Abendblatt24: Strunz startet iPad-Version

Für Freitagvormittag hat Claus Strunz mehr als 900 Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatts geladen. Wie MEEDIA erfuhr, steht dabei neben allerlei Lokalkolorit wie einem Rededuell der beiden Spitzenkandidaten für die anstehende Bürgerschaftswahl sowie einer Visite von Außenminister Guido Westerwelle die Ankündigung einer Produktneuheit: eine iPad-App. Bei der als kostenpflichtiges Zusatzangebot angelegten Tablet-Version ging das Abendblatt-Team neue Wege.

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Die App ist ab sofort im iTunes-Store. Das neue Angebot von Norddeutschlands größter Regionalzeitung setzt seinen inhaltlichen Schwerpunkt dabei laut Verlag auf die Hansestadt und die Region und "präsentiert werktäglich die 24 besten und wichtigsten Geschichten aus Hamburg, dem Norden sowie Deutschland und der Welt". Alle Inhalte sind über eine dreispaltige Navigations-Laufleiste erreichbar, Ressortgrenzen wurden aufgehoben.

    Gelungen: Großformatiges Design, klare Navigation

Gleichzeitig soll die Redaktion im Newsroom der Regionalzeitung die multimedialen und technischen Möglichkeiten des Tablet-Computers nutzen. Zusätzlicher Aufwand bei der Erstellung der App-Variante wird dabei in Kauf genommen. Wie viele Redakteure und Techniker exklusiv für die App-Produktion arbeiten werden, ist noch nicht bekannt. Zu jedem Artikel sollen aber ergänzende Fotogalerien oder Videos sowie in jeder Ausgabe eine zwölfteilige Bilderstrecke mit Nachrichtenfotos des Tages zu finden sein.

Der Name ist Programm: 24 Geschichten aus Hamburg und der Welt

Chefredakteur Claus Strunz ist überzeugt: "Mit unserem erfolgreichen Ansatz, mit dem wir Lokales vertieft, Regionales ausgebaut und zusätzlich unsere bundesweite Bedeutung gestärkt haben, sind wir ab sofort auch auf der neuen Gerätegattung der Tablets vertreten. Damit unterstreichen wir unsere Position als Nummer eins und klarer Innovationsführer im Norden."

 
Wie die FR will man auch mit Infografiken beim User punkten

Nach einer mehrwöchigen Testphase ist das neue iPad-Angebot zunächst zum Schnupperpreis von 14,99 Euro/Monat im App-Store verfügbar. Abonnenten des Abendblatts können die App im Rahmen ihres Markenabos zu einem rabattierten Preis von 3,99 Euro/Monat nutzen. Bereits seit Dezember 2010 ist die Zeitung mit einer eigenen App auf dem iPhone vertreten.

Viel Weißfläche: Die App nutzt die optische Opulenz des iPads aus

Bei der technischen Umsetzung ging man in Hamburg einen eigenen Weg: Anders als bei den Schwestertiteln Welt und Berliner Morgenpost wurde die iPad-App in Zusammenarbeit mit der ProPublish AG und nicht von Neofonie, sondern von per "Digital Magazine"-Lösung von WoodWing BV realisiert. Woodwing liefert dem Kunden eine Art Baukastensystem, mit dem dieser eigenhändig eMag-Seiten designen kann: ohne mühsame Arbeit im Quellcode, sondern größtenteils per Drag & Drop. Das Unternehmen kann durchaus als Marktführer im Segment der iPad-Magazin-Entwicklung bezeichnet werden. In den USA vertrauen unter anderem das Time Magazine und die Newsweek auf das Enterprise Publishing-System, in Deutschland neben der AutoBild auch der stern mit seiner eMag-App.

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