Starbucks: vom Coffeeshop zum Medienhaus

Die Kaffeehauskette Starbucks erfindet ihr Logo neu. Interessant daran: Das Wort “Kaffee” verschwindet. Doch was unüberlegt wirkt, ist der nächste Schritt eines global agierenden Konzerns: weg von Kaffee und Kuchen, hin zum Medienunternehmen. Denn seit einiger Zeit sorgt das Unternehmen in seinen Filialen für weniger Wohlfühl-Laune, setzt dafür aber auch Medienkonsum gegen Langeweile. Mit einem eigenen Nachrichtenangebot und täglich wechselnden Ebooks exklusiv für die eigenen Kunden.

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Die Erklärung des US-Konzerns für das Redesign fällt recht kurz aus. Das Markenzeichen sei inzwischen so bekannt, dass es auch ohne Schriftzug funktioniere. Weil das “Coffee” fehlt, entfällt aus Designgründen auch das “Starbucks”. Ein Grund: Man will nicht mehr nur Kaffee anbieten, sondern überlegt, auch Wein und Bier ins Sortiment aufzunehmen. Ein weiterer Grund: Der Konzern scheint sich zunehmend vom Kaffeehaus zum Mediendienst zu wandeln.

Weg von der Bohne
Denn in den amerikanischen Filialen verschwinden die gemütlichen Sitzecken, die Starbucks gerade so beliebt machen, zunehmend. Kunden sollen weniger Zeit verplempern und im Gegenzug mehr Medien kosumieren. In knapp 7000 Filialen bietet Starbucks deswegen mittlerweile Zugriff auf ein umfangreiches Mediennetzwerk. Mit eBooks, Nachrichten, Videos und Stellenangeboten.

Die Einführung versteht sich als eine Erweiterung der bisherigen Unternehmensphilosophie. Und die scheint auf den zweiten Blick gar nicht so unüberlegt: Weil die Auswahl der Medieninhalte eigenen Angaben zufolge täglich wechseln soll, erhoffen sich die Betreiber eine noch stärkere Kundenfrequentierung. Denn neueste Ebooks lassen sich nur solange lesen, wie der Kunde im Starbucks-Netzwerk eingeloggt ist. Nachrichten bekommen die Kaffeejünger von den amerikanischen Zeitungen New York Times, Wall Street Journal und USA Today geliefert. Stellenangebote und Karrieretipps steuert das Social Network LinkedIn bei. Den Verkauf von Musik und Videos wickelt Kooperationspartner Apple ab. Über seine Webseite vertreibt die Coffeeshop-Kette Musik.

In Deutschland vorerst nicht geplant
Um den Verkauf anzukurbeln, bietet Starbucks seit einigen Monaten (vorerst in den USA und Kanada) unbegrenzten Internetzugang an. Derzeit nutzen nach Angaben des Unternehmens monatlich mehr als 30 Millionen Kunden diese Hotspots. In Deutschland ist der kostenlose Internetzugang derzeit  noch auf zwei Stunden begrenzt. Ein Medienservice wie in den USA wird es in Deutschland erst einmal nicht geben, teilte eine Sprecherin auf Anfrage von MEEDIA mit.

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