Rettung: Deutsche FHM-Ausgabe lebt weiter

Die deutsche Ausgabe des Männermagazins FHM scheint gerettet: Wie das Branchenmagazin w&v erfahren hat, übernimmt ein neu gegründeter Münchner Verlag die FHM-Lizenz für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Hinter dem neuen Unternehmen All Type Media stehen demnach der Geschäftsführer Peter Blaschek und der Journalist Markus Boden, der in den vergangenen Jahren u.a. als "Penthouse"-Chefredakteur gearbeitet hat. Schon am 10. Februar soll die neue FHM erscheinen.

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Boden will sich allerdings nicht selbst um die Chefredaktion kümmern, wie er w&v sagt. Stattdessen werde derzeit nach einem neuen Chef für das Blatt gesucht. Boden wolle sich stattdessen auf das Verlagsmanagement in München konzentrieren. Derzeit organisieren Blaschek und Boden demnach "in einer Art Notbetrieb" die Produktion der nächsten FHM-Ausgabe, so w&v weiter. Damit keine Pause im Erscheinungsrhythmus entstehe, solle nach der vorerst letzten Doppelnummer Januar/Februar, die im Dezember auf den Markt kam, schon am 10. Februar die nächste FHM an die Kioske kommen.

Obwohl das Magazin in den vergangenen Jahren deutlich an Auflage verloren hat, glauben die neuen Macher an den Erfolg. "Wir sind überzeugt davon, mit FHM das größte deutsche Männermagazin für junge Männer mit schlanken Verlagsstrukturen in eine gute wirtschaftliche Zukunft zu führen", sagt Markus Boden zu w&v.

Zum Hintergrund: Der bisherige deutsche FHM-Lizenznehmer Egmont hatte im November verkündet, seinen Tochterverlag Mitte Editionen, der auch FHM produziert hatte, zu schließen, weil es "in der Konzernstrategie derzeit keine Perspektive" gebe, den Verlag erfolgreich weiter zu führen. Das Magazin war Ende 2000 erstmals in Deutschland erschienen und feierte zunächst Verkaufserfolge. Im vierten Quartal 2001 lag die verkaufte Auflage laut IVW bei 295.304 Exemplaren. Im Laufe der Jahre gingen allerdings viele Käufer verloren. So rutschte die IVW-Auflage 2005 unter die 200.000er-Marke, 2008 sogar unter die 150.000er-Marke. Im dritten Quartal 2010 wurden noch 132.999 FHMs pro Monat verkauft, darunter nur noch 22.076 Abos und 60.937 Hefte im Einzelverkauf an Kiosk & Co. In dieser wichtigen Auflagenkategorie entspricht das einem 5-Jahres-Minus von satten 54%.

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