Soc-Med-Analyst Klout: Bieber vor Obama

Ein kanadisches Teenie-Idol hat mehr Einfluss als der Präsident der USA. Zumindest im Web. Und nur dann, wenn man einem Analysedienst Glauben schenkt. Denn laut Klout.com hat Justin Bieber im Web und besonders in sozialen Netzwerken wie Facebook mehr Einfluss als der US-Präsident Barack Obama oder der Dalai Lama. Doch Klout ist keine Web-Klitsche, sondern berät Großunternehmen wie Disney, Virgin und immer mehr US-Politiker. Alle wollen wissen, wer den größten Einfluss im Web hat.

Anzeige

Justin Bieber vor Barack Obama und dem Dalai Lama?  Im Klout-Ranking rangiert der 16-jährige Teenie-Star auf Platz Eins der einflussreichsten Menschen im Web, gefolgt vom Dalai Lama auf Platz 2. Erst an dritter Stelle kommt US-Präsident Barack Obama. Platz vier belegt Pop-Ikone Lady Gaga. “Alles recht unseriös”, mag man meinen. Doch die Social-Media-Analysten von Klout.com sind bekannt für seriöse Analysen und genießen in unterschiedlichsten Kreisen großes Vertrauen.

Social-Media-Einfluss eine Nummer aufdrücken
Klout versteht sich als Professional Publisher und beliefert US-Politiker ebenso mit Analysen wie Musikverlage oder Filmfirmen, bevor sie in neue Geschäftsfelder investieren. Dafür nutzt Klout eine Reihe von Algorithmen, die Mittelwerte aus Tweets, Likes, LinkedIns-Verbindungen, Google-Meldungen, Statusmeldungen und andere Äußerungen im Web zusammenrechnen. Was dabei herauskommt, ist kein reines Ranking von Prominenten mit den meisten Followern. Firmengründer Joe Fernandez geht es viel mehr darum, wer am meisten Einfluss im Netz hat. Was er damit meint, wird deutlich, wenn man sich selbst einer Klout-Analyse unterzieht. Der Service stuft das Subjekt beispielsweise als "Thought Leader" ein und listet, von wem man beeinflusst wird und wen man beeinflusst. Keine etwaigen Prognosen also, sondern klare Ansagen.

Mit dieser Strategie scheint das Unternehmen Erfolg zu haben. Disney konsultierte Klout für seine Pressearbeit für den neuen Animationsfilm “Tangled”. Gesucht wurden Personen, die Einfluss in sozialen Netzwerken hatten. Wie der Guardian berichtet, nutzen sogar Hotels in Las Vegas Klout, um zu erfahren , wer gerade im Web angesagt ist. Um ihm bei Gelegenheit ein Upgrade zu verpassen.

Neue Messgröße
Die Herangehensweise, nicht nur reine Fakten sprechen zu lassen, sondern aus ihnen einen Grad an Einfluss zu errechnen, hat natürlich seine Kritiker. Einige behaupten, für aussagekräftige Bemessungen fehle es noch an Grundlagenforschung.

Da nicht auch zuletzt Politiker Klout konsultieren, um die “opinion leader” zu identifizieren, wird eines deutlich: Einfluss auf Social-Media-Kanälen ist mittlerweile beinahe genauso wichtig wie Prominenz in Funk und Fernsehen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige