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Terroristen wollten dänische Zeitung stürmen

Die Redaktion von Dänemarks größter Zeitung, Jyllands-Posten, ist nur knapp einem Terroranschlag entkommen. Die Nachrichtenagentur AFP meldet, dass der dänische Geheimdienst PET vier Männer festgenommen habe. Zudem wurde in Schweden ein Mann verhaftet Das Attentat habe unmittelbar bevor gestanden. "Die Verdächtigen wollten in das Gebäude eindringen und so viele Menschen wie möglich töten", erklärte PET-Chef Jacob Scharf. Jyllands-Posten hatte 2005 die Mohammed-Karikaturen gedruckt.

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Zu den Verdächtigen gehören ein 44-Jähriger Tunesier, ein 29-Jähriger Libanese und ein 26-jähriger Asylbewerber aus dem Irak, berichtet Spiegel Online mit Verweis auf die Nachrichtenagenturen dapd und dpa. Bei dem vierten Verdächtigen sei die Identität noch nicht bekannt. Außerdem wurde ein Schwede mit tunesischen Wurzeln festgenommen. Alle sollen radikal-islamistischen Kreisen angehören. Am Donnerstag werden sie einem Richter vorgeführt.
Seit Ende November gibt es nach Informationen des PET Indizien dafür, dass Terrorgruppen versuchen, ihre Mitglieder nach Dänemark zu schicken. Damals hatte PET-Chef Scharf die Polizeistellen dazu aufgefordert, die Aufmerksamkeit zu erhöhen.  
Der dänische Zeichner Kurt Westergaard hatte im September 2005 die im Jyllands-Posten veröffentlichten Karikaturen gezeichnet und damit für großes Aufsehen gesorgt. Unter dem Titel "Das Gesicht Mohammeds" druckte die Zeitung die zwölf Zeichnungen Westergaards ab. Darunter eine, die den Propheten mit einer Bombe im Turban dargestellt. Daraufhin brachen in islamischen Ländern Unruhen los, die zum Teil in gewalttätige Proteste umschlugen. Wenig später stand Westergaard unter Polizeischutz. In der Neujahrsnacht 2010 entkam der Däne nur knapp einem Anschlag.
Westergaard war in diesem Jahr für sein Eintreten für die Meinungs- und Pressefreiheit ausgezeichnet worden. Der 75-Jährige erhielt den Potsdamer Medienpreis M100 des Sanssouci Colloquiums. Die undotierte Auszeichnung hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel überreicht.

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