„Redaktionen zu Kostenstellen degradiert“

Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken hat in einem offenen Brief alle Journalisten dazu aufgerufen, den Wert ihres Berufs sowie den Wert des Journalismus im Allgemeinen zu verteidigen. "Das wird aber nur funktionieren, wenn wir alle gemeinsam für die Sache des Journalismus einstehen", schreibt Konken. Der Berufsalltag werde immer schwieriger, wozu auch die neuesten Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften beitrügen, die den Journalistenberuf abwerteten.

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Die Vereinbarungen sehen folgende Änderungen vor: weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld, weniger Kaufkraft in den nächsten drei Jahren und ein Dumping-Tarifvertrag für die Nachwuchsjournalisten. "Das kann nicht die Zukunft des Journalismus in Deutschland sein! Sie sind nicht Journalistin oder Journalist geworden, um unter sich kontinuierlich verschlechternden Bedingungen immer mehr zu arbeiten", schreibt der DJV-Vorsitzende.

Sowohl der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger als auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hätten deutlich gemacht, dass sie über ihre Forderungen nicht mit sich reden ließen. Als Gründe dafür werde eine Notsituation der Verlage vorgeschoben. Konken: "Richtig ist: Das Jahr 2009 bescherte Verlagen zum Teil drastische Einbrüche im Anzeigengeschäft und Rückgänge bei den Auflagen. Richtig ist aber auch, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten ist, dass es wieder aufwärts geht und dass sehr viele Verlage nach wie vor ansehnliche Renditen erwirtschaften."

Die Rendite sei in vielen Medienhäusern das einzige, das zähle. "Qualitätsjournalismus soll nichts mehr kosten, die Redaktionen werden zu Kostenstellen degradiert. Dass die Verlage mit dieser Geschäftspolitik nicht nur den Journalistinnen und Journalisten, sondern auf Dauer auch der Akzeptanz ihrer Zeitungen und Zeitschriften und damit den eigenen wirtschaftlichen Erlösen schaden, ignorieren die Verlagsmanager", heißt es in dem Brief. Damit schadeten sie auf Dauer auch der Akzeptanz der Zeitungen und Zeitschriften und damit den eigenen wirtschaftlichen Erlösen.

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