Der Boom der deutschen Medienaktien

Das Börsenjahr 2010 geht auf die Zielgerade – Zeit für eine Performance-Bilanz der größten nationalen und internationalen Medien-Unternehmen. In Deutschland ganz vorne dabei: Das Münchener TV-Konglomerat ProSiebenSat.1, das sein erstaunliches Comeback aus dem Vorjahr fortsetzte. Ebenfalls ein bemerkenswertes Jahr habe die Axel Springer AG und die RTL Group hinter sich. In den USA triumphierte Haudegen Sumner Redstone, der mit seinen Beteiligungen CBS und Viacom weit vor dem Dow Jones lag.

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Das Börsenjahr 2010 geht auf die Zielgerade – Zeit für eine Performance-Bilanz der größten nationalen und internationalen Medien-Unternehmen. In Deutschland ganz vorne dabei: Das Münchener TV-Konglomerat ProSiebenSat.1, das sein erstaunliches Comeback aus dem Vorjahr fortsetzte. Ebenfalls ein bemerkenswertes Jahr hat Axel Springer hinter sich. In den USA triumphierte Haudegen Sumner Redstone, der mit seinen Beteiligungen CBS und Viacom weit vor dem Vergleichsindex Dow Jones lag.

Nationale Medienaktien

3. RTL Group: + 62 Prozent
Auch wenn Europas größter TV-Konzern als Firmensitz das Steuerparadies Luxemburg gewählt hat – der Löwenanteil der erzielten Umsätze und Gewinne fließt aus Deutschland in die Kassen der Bertelsmann-Tochter, entsprechend sinnvoll erscheint eine Mitberücksichtigung unter den deutschen Medienaktien. Und RTL Group-Anteilseigner konnten sich 2010 wahrlich nicht beklagen: Im Jahr nach der großen Finanzkrise zogen die Gewinne zuletzt um fast 50 Prozent an. Die Aktie liegt kurz vor Jahresschluss gar um mehr als 60 Prozent vorne.

2.  Axel Springer: + 62 Prozent

Gleichauf mit Europas größtem TV-Konzern liegt an der Börse Europas größter Verlag. "Hier spricht der König selbst": So meldete sich Medientycoon Axel Casär Springer zu besten Tagen am Telefon. Grund zu ähnlichem Selbstbewusstsein hätte auch Springer-CEO Mathias Döpfner, der auf ein beeindruckendes Geschäftsjahr zurückblicken kann, das den wertvollsten deutschen Medienkonzern an den Aktienmärkten wieder dorthin befördert hat, wo er zu Spitzenzeiten Ende 2007 stand: in den dreistelligen Kurs-Bereich. Bei 122 Euro fehlen gerade mal noch 20 Euro zu neuen Alkzeithochs.

1. ProSiebenSat.1: + 187 Prozent

Die hat auch die erneute deutsche Nummer eins an der Börse fast wieder vor Augen: Mit einem Kursplus von nochmals 187 Prozent spielt das Münchner Senderkonglomerat erneut in einer eigenen Liga. Die Kurssteigerung ist umso bemerkenswerter, zumal ProSiebenSat.1 die wahrscheinlich verrückteste Geschichte der großen deutschen Medienaktien hinter sich hat. Im vergangenen entwickelte sich ProSiebenSat.1 mit einem Plus von 237 Prozent bereits zur Kursrakete – vorausgegangen war allerdings ein fast beispielloser Absturz von 30 Euro auf weniger als 1 Euro. Bei inzwischen 23 Euro sind nun wieder Allzeithochs in Sicht, die die Private Equity-Investoren KKR und Permira Gerüchten zufolge zum Ausstieg nutzen könnten. 

Auf der absoluten Schattenseite des TV-Markts befindet sich zumindest an der Börse der Münchner Stadtnachbar Sky, der vor knapp zwei Jahren fast ähnlich tief notierte wie ProSiebenSat.1. Doch während des konjunkturellen Aufschwungs setzte sich für Sky-Aktionäre der Abstieg fort: Zwischenzeitlich verkam die Aktie des MDax-Konzerns gar zum Pennystock. Bei 1,65 Euro bleibt 2010 ein deutliches Minus von 27 Prozent.

Internationale Medienaktien

5. News Corp. + 3 Prozent
Mit einem Börsenjahr, in dem der Vergleichindex Dow Jones 11 Prozent vorne liegt, das eigene Unternehmen aber nur 3 Prozent hinzugewinnt, kann Medientycoon Rupert Murdoch eigentlich nicht zufrieden sein. Operativ laufen die Geschäfte jedoch gut: Im abgelaufenen Dreimonatszeitraum konnte Murdochs Medienkonglomerat seine Gewinne alleine um 36 Prozent steigern.

4. Time Warner: + 11 Prozent

Das Jahr eins nach AOL hat dem Mediengiganten Time Warner gut getan: Befreit von der Milliardenlast der Vergangenheit entwickelten sich die Geschäfte positiv – die Umsätze zogen zuletzt einstellig, die Gewinne zweistellig an. Das trifft auch für die Aktie zu, die mit einem Plus von 11 Prozent auf einer Linie mit dem Dow Jones liegt.

3. Walt Disney: + 16 Prozent
Besser tendierte 2010 dagegen die Aktie des mit Abstand wertvollsten Medienkonzerns der Welt. Mehr als 70 Milliarden Dollar ist die Walt Disney Company inzwischen wert – um 16 Prozent ging es an der Wall Street dank anziehender Werbeerlöse des Prestige-Senders ABC und Kino-Kassenschlagern wie "Toy Story 3" und "Iron Man 2" nach oben. 

2. CBS: + 36 Prozent

1. Viacom: + 45 Prozent
Die ersten beide Plätze unter den US-Medienaktien heimste indes ein Veteran der allerersten Stunde ein. 87 Jahre alt ist Sumner Redstone inzwischen – an Elan hat der Verwaltungsratsvorsitzende und größte Aktionär von CBS und Viacom indes nicht eingebüsst. Sein untrügliches Gespür für den Turnaround der Märkte hat Redstone bereits im Frühjahr 2009 unter Beweis gestellt: "Ich glaube, wir stehen am Beginn eines neuen Bullenmarktes", erklärte die Manager-Legende im Mai 2009. Eineinhalb Jahre später sind seine beiden Unternehmen Viacom – zu der u.a. MTV und der Kinder-Fernsehsender Nickelodeon gehört – und der TV-Riese CBS die großen Gewinner der US-Medienaktien

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