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BDZV-Chef Heinen kritisiert Wikileaks

BDZV-Präsident Helmut Heinen hat sich in einem dpa-Interview kritisch zu den Wikileaks-Veröffentlichungen geäußert. Journalisten seien zwar immer wieder auf geheime Quellen angewiesen, die Internet-Plattform nehme aber eine Sonderstellung ein, "weil die pure Masse der veröffentlichten Dokumente suggeriert, hier handle es sich unbedingt um 'Wichtiges'", sagte Heinen. Dennoch gebe es Informationen, die bewusst nicht veröffentlich würden, um Menschenleben zu schützen. Diese Verantwortung habe Wikileaks ignoriert.

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Das Vorgehen der Whistleblower werde in Zukunft "absehbar zu weniger Offenheit und Transparenz führen", sagte Heinen.
Der BDZV-Präsident wagte darüber hinaus eine Prognose für den Zeitungsmarkt. Er geht nicht davon aus, dass die sinkenden Einnahmen aus dem Geschäft mit der gedruckten Zeitung im kommenden Jahr durch Online-Erlöse ausgeglichen werden können. Die durch Bezahlinhalte auf mobilen Geräten wie dem iPad erzielten Umsätze würden zwar steigen, doch nicht so stark, dass damit die Rückgänge an anderer Stelle kompensiert werden könnten. Für 2011 hält der BDZV dennoch ein kleines Plus am Anzeigenmarkt für wahrscheinlich.
Mit Einnahmen allein aus Werbung ließen sich die Internet-Angebote nicht finanzieren. "Deshalb sind Bezahlinhalte notwendig", sagte Heinen. Dabei sei es wichtig, das Urheberrecht zu schützen. Insbesondere Google solle sich mit den Verlagen die Einkünfte fair teilen.
Für das abgelaufene Jahr erwartet Heinen bei den Anzeigenumsätzen eine "schwarze Null". Für die Gesamtumsätze sagte er jedoch einen Anstieg der Gesamtumsätze voraus: Tageszeitungen erwirtschaften seinen Angaben nach "mittlerweile mehr Einnahmen aus dem Vertrieb als aus dem Anzeigengeschäft".
Weil die wirtschaftliche Entwicklung für Printmedien so schwierig sei, fordert Heinen eine "höhere Flexibilität" bei den Tarifverträgen für Journalisten. Er erklärte, dass die Lage der Blätter in Flensburg möglicherweise vollkommen anders als in München sei, in Frankfurt am Main gebe es andere Bedingungen als in Frankfurt (Oder).

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