Junge Facebook-Nutzer fluchen mehr

Das weltgrößte Soziale Netzwerk Facebook hat ein höchst interessantes Experiment gewagt. Mithilfe einer Software wurden rund eine Million Status-Updates englischsprachiger Facebook-Nutzer anonym analysiert und ausgewertet. Das Ergebnis mit Namen “What’s on your mind?” ist ein bemerkenswertes Soziogramm der Facebook-Welt. Dabei kommt u.a. heraus, dass jüngere Nutzer mit vielen Kontakten deutlich mehr fluchen als ältere Facebook-Mitglieder.

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Je jünger die Nutzer und je mehr Facebook-Kontakte sie haben, desto öfter fallen in ihren Status-Updates Flüche und desto mehr negative Emotionen werden ausgedrückt. Ältere Nutzer schreiben laut der "What’s on your mind?"-Studie auf Facebook dagegen vorzugsweise über positive Emotionen und die Familie. Jüngere Nutzer scheinen generell eine ganze Spur selbstbezogener zu sein. Sie nutzen wesentlich häufiger Pronomen wie “Ich” oder “mein” als die älteren Nutzer. Diese schreiben dafür eher längere Updates, vorzugsweise über andere Leute.

Interessant ist auch, wie sich die Updates im Tagesablauf verändern. So finden sich die meisten positive Gefühls-Äußerungen morgens und nehmen mit dem Tagesverlauf bis zum Abend hin ab, während die negativen Äußerungen ansteigen. Es scheint, dass sich über den Tag einiges an Frust bei Facebook-Nutzern aufbaut.

Untersucht wurde auch, bei welchen Updates Kommentare hinterlassen und/oder der “Like”-Button gedrückt wurde. Status-Updates mit positiven emotionalen Äußerungen werden demnach sehr oft ge”liked”. Andererseits werden positive Äußerungen weniger kommentiert als negative. Am wenigsten werden Updates ge”liked” oder kommentiert, die sich um das allseits beliebte Thema Schlaf drehen. Da gibt es wohl nicht viel dazu zu sagen.

Die Leute bei Facebook haben aus dem Wörterbuch der Textanalyse-Software Linguistic Inquiry and Word Count (LIWC) 68 Wort-Kategorien identifiziert. Diese wurden in drei Ober-Begriffe aufgeteilt: Sprache (Pronomen, Artikel, Verben der Vergangenheit usw.), emotionaler Inhalt (positive oder negative Emotionen, Trauer, Wut usw.) und Themen (Schule, Arbeit, Religion usw.). Danach wurden die Status-Updates anonymisiert und von Software analysiert, so dass kein menschlicher Mitarbeiter an der eigentlichen Auswertung beteiligt war. Natürlich haben die Facebook-Daten das Manko, dass sie nur die Menschen erfassen, die bei Facebook angemeldet sind und die aktiv ihre Status-Updates aktualisieren. Interessant sind die Ergebnisse trotzdem.

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