Foursquare-Hype: Jahr der Selbstmitteilung

Wer hätte das vor einem Jahr gedacht: Fast 5 Millionen Nutzer checken beim Standort-Bestimmungsdienst Foursquare, den vor zwölf Monaten kaum ein Internet-Nutzer kannte, inzwischen weltweit ein. Damit zählt Gründer Dennis Crowley fraglos zu den Aufsteigern 2010. Sein Problem: Facebook erreicht mit Places bereits eine Vielzahl der Nutzerschaft. Entsprechend heiß wird das Geotagging-Duell 2011 geführt: Foursquare rüstet sich für die Herausforderung nun mit der Einführung von Foto-Uploads und der Kommentar-Funktion.

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Wer hätte das vor einem Jahr gedacht: Fast 5 Millionen Nutzer checken beim Standort-Bestimmungsdienst Foursquare, den vor zwölf Monaten kaum ein Internet-Nutzer kannte, inzwischen weltweit ein. Damit zählt Gründer Dennis Crowley fraglos zu den Aufsteigern 2010. Sein Problem: Facebook erreicht mit Places bereits eine Vielzahl der Nutzerschaft. Entsprechend heiß wird das Geotagging-Duell 2011 geführt: Foursquare rüstet sich für die Herausforderung nun mit der Einführung von Foto-Uploads und der Kommentar-Funktion.

Vor einem Jahr begann es als Freakshow: Freiwillig mit einem Klick auf dem Smartphone mitteilen, wo man gerade ist – wer war schon so durchgeknallt? Für ziemlich viele Heavy User der Generation Facebook und Twitter ist der Checkin zwölf Monate später indes Social Media-Alltag. Ich bin hier, also teile ich das auch meinen Freunden mit.

Warum auch nicht? Schließlich ist Geo-Tagging die kürzeste Form der öffentlichen Selbstmitteilung. Und mittlerweile tatsächlich mehr: Foursquare hat sich binnen der vergangenen zwölf Monate vom selbstreferenziellen Poser-Dienst von Smartphone-Nutzern zum Mikro-Social Network weiterentwickelt, das durchaus eine Ergänzung zu Facebook oder Twitter sein kann. Ganz nebenbei ist das kalifornische Startup nach mehreren Finanzierungsrunden immerhin schon 100 Millionen Dollar schwer.

Foursquare geht den nächsten Schritt: Endlich Fotos und Kommentare möglich

Maßgeblichen Anteil daran haben die Weiterentwicklungen, die Foursquare in diesem Jahr vorangetrieben hat. Nutzer, die sich in der Nähe befinden, wurden seit dem Start Ende vergangenen Jahres ebenso angezeigt wie Empfehlungen, die hinterlassen wurden. Nun kommt die überfällige Ergänzung, die bei sozialen Netzwerken jeher den Charme ausgemacht haben: Der Foto-Upload.

Seit gestern können in der neuen App-Version 2.2 nun nämlich auch Bilder hochgeladen werden – das Killer-Feature von Facebook und Twitter wird damit bei jedem Restaurant-, Bar- oder Kinobesuch nutzbar. Und mehr: Auch kommentiert werden auch kann endlich – das Foto als auch der Checkin selber. Foursquare bricht damit aus der eindimensionalen Mitteilungsform aus und verwandelt seine Checkins in einen Dialog. Von den Nutzern wird die neue Funktionalität begeistert angenommen: Foursquare registrierte am ersten Tag fast einen Foto-Upload pro Sekunde.

Infight mit Facebook Places geht weiter   
Keine Frage: Das Upgrade kurz vor Weihnachten ist eine Kampfansage an das weltgrößte Social Network, das im Spätsommer Foursquare selbst den Fehdehandschuh hingeworfen hatte. Seitdem kann in den USA – und wenig später auch in anderen Ländern der Welt – via Places bequem der Standort angegeben werden.

"Places ist um ein Vielfaches größer als jeder andere Location Service", brüstete sich Facebook-CEO Mark Zuckerberg zuletzt auf einer Pressekonferenz. Das mag stimmen: Letzte Quellen in US-Techportalen sprechen von 30 Millionen Facebook-Places-Usern im Vergleich zu nur 5 Millionen Foursquare-Nutzern. Allerdings: Die Anzahl der Checkins in Fousquare ist wohl immer noch größer. 

Foursquare treibt Selbstmitteilungs-Revolution weiter voran

Mit entsprechender Spannung wird im nächsten Jahr die nächste Stufe des Geotagging-Duells beobachtet: "Interessant ist nicht der Checkin, sondern was danach passiert", erklärte Foursquare-Gründer Dennis Crowley vorvergangene Woche im Gespräch mit Wall Street Journal-Reporterin Kara Swisher.

Dabei werden Foursquare als auch Facebook tatsächlich noch einen anderen Gegner angehen – den Schnäppchen-Überflieger Groupon. Bei der nächsten Welle der Ortungsdienste wird es nämlich genau darum gehen: Belohnung für regelmäßige Checkins an bestimmten Orten, die bei Foursquare zu "Mayorships" und "Badges" führen und künftig mit Rabatten versüßt werden – "Deals" lautet die Facebook-Antwort.

Wie auch immer der Sieger im Geotagging-Infight – und wer würde dabei schon gegen Facebook wetten wollen – aussieht, eines ist Foursquare-Gründer Dennis Crowley sicher gelungen: Die Welt ist 2010 zu einem (noch) offeneren Ort geworden. Mark Zuckerbergs Facebook-Motto lebt eben auch in anderen Social Networks weiter… 

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