Facebook 56 Milliarden Dollar wert

Party like it’s 1999: Während Technologie- und Internetaktien seit Herbstbeginn stagnieren, brennt die nächste Generation der Dot.com-Werte am Sekundärmarkt ein Kursfeuerwerk ab. Die Mitarbeiteraktien von Zynga, Groupon und Twitter haben sich seit Sommer nahezu verdoppelt. Den Vogel schießt jedoch Facebook ab: In einer Auktion bei Sharepost, einem Marktplatz für nicht börsengelistete Internet-Unternehmen, wurden vergangene Woche neue Facebook-Aktien zu einer Bewertung von 56 Milliarden Dollar platziert.

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Party like it’s 1999: Während Technologie- und Internetaktien seit Herbstbeginn stagnieren, brennt die nächste Generation der Dot.com-Werte am Sekundärmarkt ein wahres Kursfeuerwerk ab. Die Mitarbeiteraktien von Zynga, Groupon und Twitter haben sich seit Sommer nahezu verdoppelt. Den Vogel schießt jedoch Platzhirsch Facebook ab: In einer Auktion bei Sharepost, einem Marktplatz für nicht börsengelistete Internet-Unternehmen, wurden vergangene Woche neue Facebook-Aktien zu einer Bewertung von 56 Milliarden Dollar platziert.   

Die Blase ist zurück – sie wächst nur abseits des Börsengeschehens. Während Aktionäre von Apple oder Google seit der letzten Quartalssaison Mitte Oktober auf neue Kursimpulse warten, läuft die Party seit Monaten woanders.

Die wildesten Kursexzesse seit der Millenniumshausse vor elf Jahren spielen sich in diesen Tagen an Sekundärmarkten wie Sharepost ab, wo Investoren Anteile von Internet-Unternehmen in privater Hand erwerben können. Möglich wird dies durch Verkäufe von Mitarbeiteraktien.

Social Media-Wahnsinn: Twitter, Groupon und Zynga vervielfachen Bewertung

Die Nachfrage nach den Stars von morgen könnte größer kaum sein. Tatsächlich sind die Aufschläge der vergangenen Monate schwindelerregend: Wie das Marktforschungsunternehmen Nyppex in einer Studie festgestellt hat, zog der Wert der elf größten Social Media-Unternehmen im vergangenen halben Jahr um enorme 53 Prozent an.

Einige der absoluten Überflieger konnten ihren Unternehmenswert 2010 gar vervielfachen: Etwa der Social Games-Anbieter Zynga (Farmville, Mafia Wars), dessen Bewertung von 1,5 Milliarden auf über 5 Milliarden Dollar anzog. Oder das Schnäppchen-Portal Groupon, dessen Unternehmenswert sich 2010 auf kolportierte 6 Milliarden Dollar mehr als vervierfachte, während sich der Mikroblogging-Dienst Twitter gerade erst auf knapp 4 Milliarden Dollar gegenüber dem Jahresbeginn mehr als verdreifachte.

Bewertung schießt durch die Decke: Facebook bei 56 Milliarden Dollar
Der Platzhirsch der Social Media-Branche, der den enormen Boom überhaupt erst befeuerte, erlebt unterdessen kurz vor Weihnachten noch einmal einen neuen Bewertungsschub. Zwar kann das weltgrößte Social Network Facebook 2010 „nur“ eine geschätzte Wertverdopplung vorweisen – doch die auf dem allerhöchsten Niveau.

165.000 Aktien zu einem Kurs von 25 Dollar wurden Ende der vergangenen Woche am Sekundärmarkt Sharepost in einer stark überzeichneten Auktion platziert – das entspräche einer Unternehmensbewertung von enormen 56 Milliarden Dollar! In Relation gesetzt wäre Facebook damit bereits fast so viel wert wie eBay und Yahoo zusammen.

Der Himmel ist die Grenze: Facebook 2015 wertvoller als Google?

Doch der vermeintlich unaufhaltsame Aufstieg hat seinen Preis. „Facebook wechselt jetzt für ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 200 bis 400 den Besitzer“, rechnet „Alley Insider“ Chefredakteur Henry Blodget vor. Der frühere Internetaktienanalyst muss es wissen – er selbst hat Dot.com.-Werte 1999 zu solchen Bewertungsniveaus empfohlen.

Anlässlich von geschätzten Erlösen von etwa zwei Milliarden Dollar dieses Jahr entspreche die aktuelle Bewertung damit dem 28-Fachen des Umsatzes – nicht des Gewinns. Der dürfte jedoch aktuell bestenfalls 10 bis maximal 20 Prozent des Umsatz ausmachen. Blodgets kopfschüttelnde Schlussforderung: „Käufer auf diesem Niveau müssen offenbar glauben: Facebook wird noch riiiiiiiiiiiiiiiesengroß.“

Vielleicht ist das jedoch auch ein Trugschluss – und Facebook wird noch viel größer.  Das nämlich glaubt etwa Lou Kerner vom Private Equity-Unternehmen Wedbush. Seine These: Facebook kann in einem weiter rasant boomenden Internet-Werbeumfeld sogar eine Bewertung von 200 Milliarden Dollar erreichen! Da wäre sogar noch heutigem Stand der aktuelle Internet-Platzhirsch abgelöst: Google. Für Facebook scheint damit in diesen Tagen dasselbe zu gelten wie für Internet-Unternehmen vor 11 Jahren: Der Himmel ist die Grenze.

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