Bauer plant 700 Mio.-Euro-Zukauf

Der Hamburger Verlag entwickelt sich zum globalen Medienkonzern: Mittlerweile erwirtschaftet Bauer mehr Umsatz im Ausland als im Inland. Nach Informationen von Reuters könnte sich der internationale Anteil kräftig erhöhen. So berichtet die Agentur, dass die Hamburger neben dem US-Verlag Hearst die einzigen verbliebenen Bieter im Wettstreit um das internationale Zeitschriftengeschäft des französischen Medienhauses Lagardère sind. Der mögliche Kaufpreis liegt um 600 bis 700 Millionen Euro.

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Die Verhandlungen mit den beiden potentiellen Käufern sollen bereits sehr weit gediehen sein. Für Bauer wäre ein solcher Zukauf kein Neuland. Mit großem Erfolg haben die Hamburger gerade erst den britischen Emap-Konzern komplett in ihr Unternehmen integriert. Durch die Übernahme der Engländer wurde Bauer bereits einer der wichtigsten Radio-Player auf der Insel. Zum internationalen Portfolio der Hamburger gehören aber auch die englische Grazia oder FHM genauso wie US-Amerikanische InTouch.

Im vergangenen Jahr steuerten die 15 Länder-Dependancen von Bauer 58 Prozent des Gesamtumsatzes bei. In Russland, den USA oder in England arbeiten mittlerweile 5.900 der rund 8.500 Verlagsmitarbeiter.

Die mögliche Lagardère-Investition wäre ein Zukauf mit Ansage. Denn bereits bei der Bilanz-Pressekonferenz Anfang des Jahres sagte das Management klipp und klar, dass man die Augen offen halte und bei einer guten Gelegenheit gerne noch groß zukaufen wolle.

Das französische Unternehmen Lagardère ist alles andere als ein klassisches Verlagshaus. Eigentlich ist der Konzern – mit einem Jahresumsatz von rund 13 Milliarden Euro – hauptsächlich in der Flugzeug- und Raumfahrtbranche engagiert. Entstanden ist Lagardère aus dem Rüstungskonzern Matra. Als Medienhaus verlegen die Franzosen 212 Titel in 45 Ländern.

Der Mischkonzern will gerne sein Magazin-Auslandsgeschäft verkaufen, um sich stärker auf den Heimat-Markt und seine Buch-Verlage zu konzentrieren. Wann es tatsächlich zu einer Entscheidung über den Verkauf kommt, ist noch unklar.

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