Schmidt: US-Hatz auf Assange ist „unklug“

Altkanzler Helmut Schmidt hat im Interview mit Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo die Jagd von US-Firmen und Politikern auf Wikileaks-Gründer Julian Assange als "unklug" kommentiert. Die Hatz wirke wie Rache, "und das ist sie auch", sagte der 91-Jährige. Bei Themen wie dem Gefangenenlager von Guantánamo gebe es eine "moralische Pflicht zur Veröffentlichung" von geheimen Dokumenten, so Schmidt. "Aber es muss möglich bleiben, dass ein Gespräch, das zwei Personen miteinander führen, vertraulich bleibt."

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Für die amerikanische Regierung sei die Veröffentlichung der Geheim-Berichte des US-Außenministeriums eine "schlimme Sache". Auch wenn die Amerikaner dies überwinden, würden die diplomatischen Beziehungen eine Zeit lang beeinträchtigt, so Schmidt.
Dafür, dass Spiegel, Guardian und die New York Times die Protokolle abdruckten, habe Schmidt Verständnis, "aber keine Sympathie". Der Spiegel verbuchte mit dem Wikileaks-Heft einen tollen Erfolg. Bereits am zweiten Verkaufstag war das Magazin fast überall vergriffen, so dass der Verlag 80.000 Exemplare nachdrucken ließ, zusätzlich zu den 1,25 Millionen ausgelieferten.
Das Interview zwischen dem Zeit-Herausgeber und di Lorenzo ist in der aktuellen Ausgabe des Zeit Magazins abgedruckt, das in dieser Woche am 22. Dezember erscheint.

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