Der VDZ kritisiert die Tagesschau-App

Eine Reaktion mit Ansage: Seit fast einem Jahr kämpft der Verleger-Verband VDZ, wie auch der VPRT, gegen die ARD-Pläne, eine eigene Tageschau-App zu platzieren. Jetzt ist die Applikation da und die Kritik lässt nur ein paar Stunden auf sich warten. Für VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner ist das ARD-Angebot eine "offenkundige Wettbewerbsverzerrung", die aus dem "Gebührentopf" gespeist wird und so "das junge Geschäft der Verleger mit Apps, die damit Geld verdienen müssen, beeinträchtigen".

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Die Verleger halten das neue mobile Tagesschau-Angebot für rechtswidrig, "weil ihre Informationsmenge und -struktur die Grenzen der Sendungsbezogenheit deutlich überschritten" würden.

Nach Meinung der Verbandsvertreter hat sich die ARD über die von ihnen sorgfältig dargelegten ordnungspolitischen Argumente hinwegsetzt und so die Bestandsgarantie überdreht. Fürstner bedauerte, dass die öffentlich-rechtlichen Amtsträger die Gesprächsangebote der Verleger ausgeschlagen und keine Versuche unternommen hätten, zu einem Ausgleich der Interessen zu kommen. „Das ist das ebenso unfaire, wie aber leider auch typische Verhalten einer nahezu unkontrollierbaren und nur sich selbst verpflichteten Einrichtung".
Den ARD-Managern war von Anfang klar, dass ihr Angebot viel Kritik auf sich ziehen würde. Bereits in der gestrigen Pressemitteilung gab man sich die größte Mühe, den Eindruck zu erwecken, dass das Mobil-Angebot keine zusätzlichen Inhalte enthält.

Keine zusätzlichen Inhalte, aber mehr Komfort bei der Nutzung – so lässt sich die Neuerung zusammenfassen. Smartphone-User können künftig ohne viele Klicks auf verlässliche News mit dem Qualitätssiegel Tagesschau zugreifen", kommentiert der erste Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke. "Tagesschau.de schließt damit auf zu mobilen Konkurrenzangeboten, die es gratis gibt."



Der Tagesschau-Chef argumentiert, dass auch andere Fernsehsendern wie n-tv aber auch Zeitungsverlage wie der Stern, die FTD und der Focus Gratis-Apps anbieten würden. Zudem betont der NDR, dass für die Bereitstellung der Tagesschau-App lediglich einmalige Entwicklungskosten angefallen wären. Weitere zusätzliche finanzielle Aufwände entstünden in der Redaktion von ARD-aktuell durch die App nicht.

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