BGH weist Revision im Fall Ruzicka zurück

Der ehemalige Media-Manager Aleksander Ruzicka muss im Gefängnis bleiben. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat den Revisionsantrag seiner Anwälte als "offensichtlich unbegründet" verworfen, wie der Wiesbadener Kurier berichtet. Ruzicka soll die Media Agentur Aegis, deren Chef er war, um rund 35 Mio. Euro geprellt haben. Er wurde im Mai vergangenen Jahres zu elf Jahren und drei Monaten Gefängnis wegen schwerer Untreue verurteilt. Nach der BGH-Entscheidung könnte es nun zu weiteren Urteilen kommen.

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Der Fall Ruzicka war einer der größten Skandale der Medienbranche überhaupt. In großem Stil hatte der Media-Manager, der mit einer Riesenvilla, reichlich Personal, einer Kunstsammlung und Großwildjagden einen aufwändigen Lebensstil pflegte, Geld beiseite geschafft. Dabei hat er u.a. über die Werbeagentur Zoffel Hoff Partner in Wiesbaden so genannte Frei-Spots zu Geld gemacht. Diese Frei-Spots werden den Media-Agenturen von TV-Firmen als Rabatt für große Schaltungen gewährt und dürfen von der Agentur weiter vermarktet werden. Die Erlöse hat Ruzicka dann aber in die eigene Tasche gewirtschaftet.

Auch anderen Managern im Umfeld von Aegis Media wurden im Zuge des Skandals der Prozess gemacht, Ruzicka ist aber der Hauptschuldige. Einige Verfahren sind sogar noch in der Schwebe, weil erst die Revisions-Entscheidung des BGH abgewartet wurde. Angeklagt ist auch ein Anwalt aus Wiesbaden, der Ruzicka beraten haben soll, und dem ehemaligen Manager der Aegis-Tochterfirma Carat, Heinrich Kernebeck, wird auch Untreue vorgeworfen. Er soll vom Chef der Außenwerberfirma Ströer Geld und Sachleistungen bekommen haben.

Insgesamt sind noch 14 Verfahren in der Sache offen, bei denen bereits eine Anklage vorliegt oder die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Fall Ruzicka hatte ein jahrelang wucherndes Biotop aus Korruption und Günstlingswirtschaft in der TV-Werbebranche ans Tageslicht gebracht. Der Agentur Aegis Media sollen durch die Betrügereien insgesamt 40 Mio. Euro Schaden entstanden sein.

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