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NDR startet umstrittene Tagesschau-App

Über keine Smartphone-Applikation wurde bislang so erbittert gestritten, wie um die geplante App der Tagesschau. Nun soll es morgen endlich soweit sein und das Nachrichten-Angebot zum kostenlosen Download bereit stehen. Es mutet allerdings ein wenig skurril an, dass man sich in der dazugehörigen Mitteilung größte Mühe gibt, den Eindruck zu erwecken, dass das Mobil-Angebot keine zusätzlichen Inhalte enthält. Wäre das anders, gäbe es richtig Ärger mit allen anderen deutschen Medienhäusern.

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"Keine zusätzlichen Inhalte, aber mehr Komfort bei der Nutzung – so lässt sich die Neuerung zusammenfassen. Smartphone-User können künftig ohne viele Klicks auf verlässliche News mit dem Qualitätssiegel Tagesschau zugreifen", kommentiert der erste Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke. "Tagesschau.de schließt damit auf zu mobilen Konkurrenzangeboten, die es gratis gibt."

Der Tagesschau-Chef argumentiert, dass auch andere Fernsehsendern wie n-tv aber auch Zeitungsverlage wie der Stern, die FTD und der Focus Gratis-Apps anbieten würden. Zudem betont der NDR, dass für die Bereitstellung der Tagesschau-App lediglich einmalige Entwicklungskosten angefallen wären. Weitere zusätzliche finanzielle Aufwände entstünden in der Redaktion von ARD-aktuell durch die App nicht.

Die Richtigstellungen zeigen bereits eindeutig, dass man in Hamburg mit Kritik aus den Verleger und TV-Verbänden rechnet. Im Vorfeld sorgten die Planungen des Angebots für einigen Ärger. So wollte die FDP-Politikerin und Vizepräsidentin des Europaparlaments Silvana Koch-Mehrin im Februar einen Antrag bei der EU-Kommission gegen den Service durchsetzen. Zeitgleich erklärte ein Sprecher von Gruner und Jahr, dass sich im Hinblick auf die umstrittene Erweiterung von Tagesschau.de sowohl zivilrechtliche Schritte wie "den Weg über die Verwaltungsgerichte" vorbehalte.

"Die Tagesschau-App ist ein zeitgemäßer Service, den wir unseren Zuschauerinnen und Zuschauern ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung stellen", betont NDR-Intendant Lutz Mamor. "Dies bedeutet nicht, dass alle von uns künftig angebotenen Apps kostenlos erhältlich sein werden. Schon heute vertreibt unsere Enkeltochter Studio Hamburg z. B. eine kostenpflichtige Loriot-App. Weitere kostenpflichtige Angebote sind geplant."

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