Springer einigt sich mit Presse-Grosso

Erst der Zwist, jetzt die Koop: Der Bundesverband Presse-Grosso und die Axel Springer AG haben ihre Partnerschaft für den Presseeinzelverkauf erneuert. Von 2012 bis 2017 gilt das Abkommen und bringt dem Medienhaus zusätzliches Geld im hart umkämpften Printgeschäft. Für die Grossisten befördert dieser Abschluss "Planungs- und Investitionssicherheit sowie Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit". Dieser Pilotabschluss könnte zukunftsweisend für die gesamte Verlagsbranche sein.

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Die Vereinbarung zwischen dem Presse-Grosso und der Axel Springer AG beinhaltet "rechtsverbindliche Regelungen über medien- und branchenpolitische Aspekte der Zusammenarbeit". Es geht um die Margen der Grossisten, die dem Vertrag zufolge ab 2012 geringer werden. Mit einer solchen Vereinbarung könnten die Verlage laut Einschätzung von Turi2 in den kommenden Jahren insgesamt bis zu 100 Millionen Euro an Vertriebskosten einsparen, das Grosso spricht lediglich von einer Summe "in signifikanter Höhe". Zusätzlich schließen die Partner das so genannte "Bonus Plus"-Programm ab, das dem Berliner Medienhaus einen jährlichen Bonus in Abhängigkeit von der Umsatzentwicklung vom Presse-Grosso garantiert.
Diese "Ausführungsbestimmungen" beruhen auf dem übereinstimmenden Verständnis vom Inhalt der so genannten "Gemeinsamen Erklärung" aus dem Jahre 2004. Beide Partner bekennen sich zu dem Papier sowie zum bewährten Grosso-Vertriebssystem. Damit wird die "Gemeinsame Erklärung" von einem unverbindlichen Absichtsschreiben zum festen Vertragsbestandteil zwischen Springer und Grosso.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Rudolf Knepper, erklärte dazu: "Wir haben uns immer wieder für den Erhalt und die Zukunftssicherung des deutschen Grosso-Systems ausgesprochen. Mit der Vereinbarung wollen wir auch ein Signal in die Branche aussenden." Er freue sich, mit dem Presse-Grosso einen verlässlichen und flexiblen Vertriebspartner an der Seite zu haben. Trotz des Medien- und Strukturwandels bleibe der Presseeinzelverkauf für Springer auf lange Sicht eine unverzichtbare Säule.
Der erste Vorsitzende des Grosso-Verbandes, Frank Nolte, sagte: "Die auf Dauer ausgelegte Zusammenarbeit mit Axel Springer und die Langfristigkeit der Konditionenregelung bieten die Chance, uns auf die Herausforderungen des Printmarktes besser einzustellen." Der Verband setze sich dafür ein, dass auch mit den übrigen Verlagen auf dieser Basis einheitliche Bedingungen für die Partnerschaft langfristig ausgestaltet werden.
Damit könnte die Bauer Media Group gemeint sein, die Anfang Dezember den Fachverband Publikumszeitschriften des VDZ im Streit um Vertriebsfragen verlassen hat.

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