Die besten Gratis-Ratgeber für Journalisten

"Im Internet gibt es nichts, was es nicht gibt" – dieser Spruch gilt auch für Bücher. Anders als bei Google Books, wo Bücher meist nur auszugsweise lesbar sind, gibt es im Internet zahlreiche Bücher für Journalisten komplett kostenlos online abrufbar – man muss nur wissen, wo sie zu finden sind. MEEDIA hat die zehn besten Online-Bücher für Journalisten recherchiert und zusammengestellt. Darunter ständig aktualisierte Werke zum Presserecht, zur Internetrecherche, aber auch zu investigativem Journalismus.

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„Internet-Recht“

Fast schon ein Klassiker: Das bereits seit mehreren Jahren herausgegebene und ständig aktualisierte Skript „Internet-Recht“ von Thomas Hoeren, Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht an der Universität Münster. In dem sage und schreibe 556 Seiten umfassenden Werk finden Journalisten Informationen zu allerhand rechtlichen Fragestellungen, die für die Berichterstattung von Belang sind. So finden sich in dem Skript z. B. Informationen zu Rechtsproblemen beim Erwerb von Domains oder allein 120 Seiten zum Urheberrecht, einschließlich der Themen Vergütungsrecht, VG Wort und der Übertragung von Nutzungsrechten.
„Recht der Darstellung“
Der Verlag des Presserechts-Standardwerks „Soehring“ hat einen ganzen Abschnitt aus dem Kapitel „Recht der Darstellung“ des Buches online gestellt. Der 51-seitige Abschnitt behandelt unter dem TitelMedienopferInhaber von Rechten und Betroffenedie Bedeutung von Persönlichkeitsrechten bei der Berichterstattung, den Schutz Verstorbener oder den Tatbestand der Kollektivbeleidigung. Im zweiten Teil geht es um die Abgrenzung von Tatsachenbehauptungen zu Meinungsäußerungen und die damit verbundenen Rechtsprobleme.
Internetrecherche 
In diesem 88-seitigen, frei zugänglichen Skript der dk-Computerschule finden sich eine Menge Informationen zu Suchmaschinen, Webkatalogen, News-Diensten und Suchstrategien. Das Dokument erklärt beispielsweise, was sich hinter den Begriffen DeepWeb, Proprietary Web und Opaque Web verbirgt. Auch Roboter, Indexe, Suchmaschinenlogik, verschiedene Google-Suchfunktionen und Metasuchmaschinen werden behandelt.
Nachrichtenfaktoren 
Dienr-Werkstätten“ undnr-Studien“ der Journalistenorganisation Netzwerk Recherche (nr), die auch in Printform erscheinen, bieten erstklassige Informationen zu verschiedensten journalistischen Themen. So befasst sich eine nr-Studie zu Nachrichtenfaktoren mit der „Veränderung der Nachrichtenfaktoren und Auswirkungen auf die journalistische Praxis in Deutschland“. In der „nr-Werkstatt Nr. 9“ zum Thema „Quellenmanagement – Quellen finden und öffnen“ behandeln bekannte Autoren wie Hans Leyendecker oder Markus Grill Themen wieZweifel, Skepsis, Distanz“ oderWie recherchiert man im Bereich Gesundheit/Pharma?“. Andere nr-Werkstätten erschienen zu Themen wieOnlinejournalismus“, „Kritischer Wirtschaftsjournalismus“ oderwie zuletztzum Thema „Fact-Checking“. Eine weitere nr-Werkstatt trägt den Titel „Undercover-Reporter im verdeckten Einsatz“ und beinhaltet unter anderen einen Beitrag von Günter Wallraff. Zu erwähnen ist auch das außerhalb der nr-Werkstätten und nr-Studien veröffentlichte Trainingshandbuch Recherche des nr-Vorsitzenden Thomas Leif.
„Nachgehakt“
In der von dem Medienrechtler Udo Branahl von der TU Dortmund herausgegebenen Textsammlung „Nachgehakt“ über die „Die Durchsetzung journalistischer Auskunftsansprüche“ finden sich auf 192 Seiten Informationen zu Auskunftsansprüchen nach Landespresse- sowie Informationsfreiheits-, Umwelt- und Verbraucherinformationsgesetzen. Daneben erfährt man, wie man an Informationen aus dem Handels- und Vereinsregister und dem Grundbuch gelangt. Abgerundet wird das Werk durch die Schilderung und Dokumentation echter Recherchefälle.
„Örtliche Betäubung und bestellte Wahrheiten  wenn Öffentlichkeit amputiert wird“
Als Dokumentation zum Mainzer Mediendisput herausgegeben wurde die Dokumentation „Örtliche Betäubung und bestellte Wahrheiten wenn Öffentlichkeit amputiert wird“. Das 188-seitige Werk beinhaltet Aufsätze zu Themen wie „Wer finanziert den Journalismus?“, „Mythos Online Das überschätzte Medium“ sowie journalistische Reflexionen von einigen bekannten Autoren, wie etwa des Medienwissenschaftlers Bernhard Pörksen oder des freien Journalisten Tom Schimmeck.
„Investigativer Journalismus“
Die Website www.recherchieren.org ist seit Oktober 2002 im Netz und will eine Ergänzung des Standardwerks „Investigativer Journalismus“ darstellen. Sie beinhaltet weitere Fallbeispiele, zusätzliche Hinweise und Tipps sowie aus dem Buch ausgelagerte Inhalte. Gepflegt wird die Seite vom Autor des Buchs „Investigativer Journalismus“, Johannes Ludwig, Professor am Department Medientechnik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Auf recherchieren.org finden sich z. B. ein Abschnitt über die journalistische Interpretation von Zahlen, eine Liste mit Nachschlagewerken oder eine Typologie von Informanten.
„BlackBoxBrüssel“
Die ebenfalls vom Mainzer Mediendisput herausgegebene und von Claudia Kristine Huber verfasste Studie „BlackBoxBrüssel“ befasst sich mit dem Raumschiff Brüssel. Hier geht es um Themen wie „Theorien der Nachrichtenproduktion“, „Gatekeeper-Forschung“, „Agenda-Setting“ oder „Interaktionen zwischen PR-Personal und Journalisten“. In einem Abschnitt über den „Umgang von Journalisten mit Informationsquellen“ wird beschrieben, wie man an Informationen von Parlament, EU-Kommission oder Ministerrat kommt.
„Bursting the Brussels Bubble“
„Bursting the Brussels Bubble“ so heißt eine 216-seitige Publikation mehrerer, in der Initiative „Alliance for Lobbying Transparency and Ethics Regulation“ zusammengeschlossener Nichtregierungsorganisationen, darunter auch die deutsche Organisation Lobbycontrol. In der englischsprachigen Veröffentlichung über den EU-Lobbyingdschungel beschreiben 18 verschiedene Namensbeiträge die Lobbyinglandschaft in der EU-Hauptstadt und widmen sich Themen wie Think Tanks, Insiderinformationen, Expertengruppen, dem Personalaustausch mit der Wirtschaft, der Regulierung oder der Informationsfreiheit.
„Story-Based Inquiry: A manual for investigative journalists“
Vor wenigen Monaten brachte die UNESCO ein Onlinebuch über investigativen Journalismus heraus: „Story-Based Inquiry: A manual for investigative journalists“. Die Publikation besticht unter anderem durch eine sehr differenzierte Gegenüberstellung von konventionellem Journalismus und investigativem Journalismus und gibt Tipps, wie man Themen findet und bewertet. Aber auch die Themen Arbeit mit Recherchehypothesen, die Verifikation von Informationen, Quellen, Mapping und Rechercheorganisation werden behandelt. In der Literaturliste des Buchs finden sich weitere Quellen wie etwa das Buch „Follow the money: A Digital Guide for Tracking Corruption“.

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