Das sind die Wikileaks-Alternativen

Sie haben geheime Dokumente auf Lager und wissen nicht wohin damit? Wikileaks ist zwischenzeitlich nicht erreichbar? Und Sie wollen beim Whistleblowing nicht erwischt werden? Keine Panik. Seitdem Amazon, PayPal und Mastercard sich gegen Wikileaks ausgesprochen haben, formieren sich im Web etliche Alternativen. In Deutschland und europaweit. Wir haben Sie zusammengestellt und erklären, wie auch Sie mit wenigen Handgriffen ein sicheres Postfach einrichten können.

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Openleaks: das Wikilieaks für Verlage
Openleaks fungiert nicht als Plattform, sondern als technischer Unterbau. Die Betreiber liefern die Technik, über die Informanten Kooperationspartner später anonym erreichen können. Das können beispielsweise Zeitungen sein, aber auch Behörden, Gewerkschaften oder Regierungen. Auf der Homepage einer Webseite würde dann ein Button abgebildet. Klickt man darauf, bekommt der User Anweisungen, um eventuell brisante Dokumente auf sicherem Wege zu verschicken. Technisch gesehen basiert das Netzwerk auf einem Serververbund in etwa zehn Ländern. Die Anzahl der Server soll im Laufe der Zeit aufgestockt werden. Je größer das Netz und je mehr Knotenpunkte darin, desto schwerer ist später nachzuvollziehen, woher potenziell brisante Dokumente stammen.

WAZileaks: Whistleblowing im Westen
Das Nachrichtenportal der WAZ-Gruppe hat eine anonymisierte Upload-Seite nach dem Modell von Wikileaks gestartet. User sollen dort Dokumente hochladen können oder direkt mit dem Recherche-Ressort in Kontakt treten. Ressortleiter Schraven will die geheimen Dokumente aber nicht ungefiltert weiterverbreiten, sondern lediglich als Ausgangspunkt für Recherchen nutzen. Die Daten werden nach eigenen Angaben auf ausländischen Servern verschlüsselt abgelegt. Man wolle aber nicht als reine Whistleblower-Plattform fungieren. Die eingereichten Unterlagen seien vor allem Quellen für Storys, die journalistisch aufgearbeitet würden. „Ein Dokument ist in diesem Sinne nur ein Element unserer Arbeit“, erklärt David Schraven, Leiter des Recherche-Teams der WAZ-Gruppe. Trotzdem sei es denkbar, ausgewählte Dokumente mitzuveröffentlichen. Quellenschutz hat demnach höchste Priorität: „Wir achten dabei aber sehr auf den Datenschutz und würden niemals Dokumente veröffentlichen, aus denen persönliche Angaben von unbeteiligten Mitarbeitern von Behörden oder Organisationen hervorgehen.“

Brussels Leaks: Wider die Lobbyarbeit
Derzeit arbeiten rund 17.000 Lobbyisten in Brüssel. Noch keine Woche alt, hat sich Brussels Leaks zum Ziel gesetzt, im Dickicht der Lobbyorganisationen innerhalb der EU für etwas mehr Durchblick zu sorgen. Die Betreiber wollen allerdings nicht wahllos Dokumente veröffentlichen, sondern die ihrer Meinung nach besten Informationen an die Medien verteilen. Zu ihren Absichten sagen Sie in einer Stellungnahme auf der Webseite: “Wir denken, dass wir in einer guten Position sind. Weil wir in Brüssel leben, arbeiten und zu einem gewissen Maß die Stadt atmen. Und glauben Sie uns: Brüssel hat beides: miese Luft und miese Transparenz.” Das Team besteht aus Journalisten und Menschen aus der Kommunikationsbranche.

Privacybox: toter Briefkasten für investigative Journalisten
Privacybox‚> auf ihrer Webseite.

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