ProSiebenSat.1 steht vor dem Verkauf

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 steht offenbar vor einem Besitzerwechsel. Die Tageszeitung Die Welt berichtet unter Berufung auf Finanzkreise, dass die bisherigen Finanzinvestoren KKR und Permira bis Ende 2011 weitestgehend aus dem Münchner Unternehmen aussteigen wollen. Angedacht sei sowohl ein Verkauf über die Börse als auch an einen Einzelinvestor. Ende 2006 waren die beiden Investoren für gut drei Milliarden Euro bei ProSiebenSat.1 eingestiegen und hatten später auch Aktien nachgekauft.

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KKR und Permira haben die Verkaufspläne bisher noch nicht bestätigt. Sie halten derzeit 88 Prozent der Stammaktien und 25 Prozent der Vorzugsaktien. Die Welt schreibt, dass die Transaktion in der zweiten Jahreshälfte 2011 vollzogen werden solle, wenn sich die Rahmenbedingungen durch einbrechende Werbeerlöse oder schwache Aktienmärkte nicht grundlegend änderten.
Beim Verkauf über die Börse sollen nach Informationen der Welt die Vorzugs- und Stammaktien zu einer Gattung verschmolzen werden, um anschließend auch den Stammaktien-Anteil der Investoren veräußern zu können. Darüber müsste aber zunächst die Hauptversammlung bei ihrer Sitzung im Mai 2011 abstimmen.
Schon seit längerem wird in der Branche über einen möglichen Verkauf des Medienkonzerns spekuliert. 2006 war die Axel Springer AG an einer Übernahme gescheitert und ging dagegen juristisch vor. Ende November 2010 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass der Fall erneut verhandelt werden müsse.
Erst am vergangenen Wochenende hatte ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling angekündigt, dass der Konzern seine Auslandsbeteiligungen auf den Prüfstand stelle, vor allem die Geschäfte in Skandinavien. Marktbeobachter sehen darin den ersten Schritt zur Verkleinerung des Konzerns, dessen Verkauf dadurch erleichtert werde, schreibt Die Welt.  

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