Julian Assange kommt auf Kaution frei

Ein Gericht in London hat nach einer Anhörung entschieden, dass Assange nicht länger in Haft bleiben muss. Assange saß seit einer Woche in Haft und musste heute zum zweiten Mal vor Gericht erscheinen. Der Wikileaks-Gründer erklärte sich bereit, eine elektronische Fußfessel zu tragen. Schweden fordert weiterhin die Auslieferung. Dort soll er wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung zweier Frauen befragt werden. Die Kaution beläuft sich auf rund 235.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft will Einspruch erheben.

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Viele Blogger und Journalisten hatten direkt aus dem Gerichtssaal getwittert. Assanges nächster Gerichtstermin ist auf den 11. Januar 2011 festgesetzt. Die gegnerischen Staatsanwälte planen, Einspruch gegen das Urteil einzulegen. Dafür haben sie bis zu zwei Stunden nach dem Urteil Zeit. Das Gericht wiederum muss dann innerhalb von 48 Stunden darüber entscheiden.

Assange muss bis zur Klärung seiner Unschuld seinen Ausweis abgeben, hat zeitweise Hausarrest und muss eine elektronische Fußfessel tragen. Die Kaution selbst beläuft sich auf 200.000 britische Pfund. Das sind umgerechnet rund 235.000 Euro. Die Ausgangssperre gilt von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr und von 22.00 Uhr bis 02.00 Uhr. Darüber hinaus muss sich Assange jeden Tag um 18.00 Uhr bei einer Polizeistation melden, wie Guardian.co.uk meldet. Außerdem ist es ihm untersagt, Zeitungen zu lesen oder Mails zu schreiben.

Jenima Khan, Ex-Geliebte von Hugh Grant, ist froh über das Urteil: "Das sind großartige Neuigkeiten. Ich kann die Menschen draußen jubeln hören." Die Milliardärstochter hatte Assange zuvor angeboten, seine Kaution zu übernehmen. Damit ist sie nicht allein. Eine Gruppe von Prominenten, allen voran US-Regisseur Michael Moore, boten dem Wikileaks-Gründer ihre Hilfe an. Darunter auch die Filmemacher John Pilger und Ken Loach. Pilger beklagte, dass es "eine Schande" sei, dass Assange in Isolationshaft gesessen habe.

Assanges Londoner Anwalt Mark Stephens gab sich zuvor schon siegessicher. Er bezweifelte, dass die Vorwürfe, die in Schweden gegen seinen Mandanten erhoben würden, vor britischen Behörden für eine Anklage gegen Vergewaltigung ausreichen. Bislang ist jedoch noch unklar, wer die Kaution gestellt hat. Stephens erklärte, dass rund eine Million Pfund an Spenden für die Kaution angeboten wurden. Bis morgen bzw. Donnerstag soll Assange noch im Gefängnis bleiben. Dann soll die gesamte Kautionssumme bei Gericht abgegeben werden. Wenn er freikommt, wird er auf dem Anwesen von Vaughn Smith verweilen. Smith ist Gründer des Londoner Frontline Clubs, einer Organisation, die für unabhängigen Journalismus eintritt.

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