„Die Schönen und der Krieg“

Stephanie und Karl-Theodor zu Guttenberg besuchen die deutschen Truppen in Afghanistan. Im Gepäck haben sie den Sat.1-Moderator Johannes B. Kerner. Das sorgt für Aufregung: "Wie ein Fürst in alten Zeiten zieht zu Guttenberg mit Gattin und Haushofmeister zu seinen Soldaten", urteilt Sueddeutsche.de. Der Minister mache "seinem Ruf als Polit-Popstar alle Ehre", schreibt Spiegel Online. Nur Bild und Welt.de loben das Adelspaar: Der Besuch sei "eine öffentliche Liebeserklärung an unsere Soldaten".

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Spiegel Online: "Truppenbesuch mit Gattin, TV-Talkshow aus dem Feldlager: Karl-Theodor zu Guttenberg machte bei seiner siebten Afghanistan-Visite seinem Ruf als Polit-Popstar alle Ehre. Dass er dabei mit Abzugsphantasien für die Bundeswehr aufräumte, ging bei all dem Trubel fast unter."
Welt.de: "Dass die Freiin und geborene von Bismarck mit trendigen Boots und Parka im Feldlager aufschlägt, mag einigen Beobachtern einen Hauch zu extrovertiert erscheinen. Aber die Anteilnahme der Ministergattin, stellvertretend für Millionen von Bundesbürgern, hat eine Evidenz, die jede Kritik am showähnlichen Zuschnitt des Coups überragt."
Bild.de: "Ihr gemeinsamer Besuch bei unseren Soldaten in Afghanistan ist einfach großartig. Er ist eine öffentliche Liebeserklärung an unsere Soldaten: Wir sind eine Familie, wir gehören zusammen."
Sueddeutsche.de: "Wie ein Fürst in alten Zeiten zieht Karl-Theodor zu Guttenberg mit Gattin und Haushofmeister zu seinen Soldaten. Der Verteidigungsminister tut zwar gut daran, die Truppe in Afghanistan zu besuchen, aber leider macht er eine Show daraus."
FR-Online.de: "Nichts gegen die Soldatinnen und Soldaten, die sich, wenn der Minister kommt, über die Aufmerksamkeit und Anerkennung freuen. Sie machen schließlich die Drecksarbeit, und das wird auch würdigen, wer diesen Krieg für falsch und gescheitert hält. Nicht verdient aber haben sie es, als Kulisse missbraucht zu werden für die Werbespotisierung der Politik."
Faz.net: "Den Soldaten fern der Heimat ist dieser Rummel als Ablenkung zu gönnen. Auch schadet es nie, die Aufmerksamkeit der Deutschen auf ihre Truppe am Hindukusch zu lenken. Zu Guttenberg aber muss langsam darauf achten, nicht eines Tages für Gottschalk gehalten zu werden. Ein Verteidigungsminister (mit Ambitionen) ist kein Showstar, nicht einmal zur Weihnachtszeit."
Mitteldeutsche Zeitung: "Der Afghanistan-Trip wirkt als Teil einer Inszenierung, für die Stephanie zu Guttenberg kein Mandat hat und in der die Soldaten bloß als Kulisse dienen. Genau das ist das Problem."
DerWesten.de: "Johannes B. Kerner, der gestern in Masar-i-Sharif seine Talkshow aufzeichnete. Super-Location, ein perfekter Gast. Der Baron beliebte zu plaudern, die Soldaten kamen zu Wort. Das Format passte. Ein Geschäft, das auf Gegenseitigkeit beruht und seit langem eingefädelt war."
taz.de: "Krieg ist echt eine Schau."

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