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Groupon: das 6 Milliarden Dollar-Startup

Es wäre die Internet-Übernahme des Jahres gewesen: Sechs Milliarden Dollar hatte Google für den Web-Überflieger Groupon geboten – das Schnäppchen-Portal lehnte dennoch ab. Beinahe unfassbar: Die Company, vor gerade zwei Jahren im November 2008 als Startup gegründet, wird bereits für Milliarden gehandelt und kann es sich leisten, Offerten wie die von Google abzulehnen: Groupon ist weltweit im Internet der Aufsteiger 2010. MEEDIA erklärt das Erfolgsprinzip des Schäppchen-Portals.

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Es wäre die Internet-Übernahme des Jahres gewesen: Sechs Milliarden Dollar hatte Google für den Web-Überflieger Groupon geboten – das Schnäppchen-Portal lehnte dennoch ab. Beinahe unfassbar: Die Company, vor gerade zwei Jahren im November 2008 als Startup gegründet, wird bereits für Milliarden gehandelt und kann es sich leisten, Offerten wie die von Google abzulehnen: Groupon ist weltweit im Internet der Aufsteiger 2010. MEEDIA erklärt das Erfolgsprinzip des Schäppchen-Portals.

Groupon kam aus dem Nichts – und ist heute in aller Munde. Zumindest in den USA, wo auch die Mitarbeiterzahl explodierte: 124 Onliner arbeiteten noch vor einem Jahr in der Konzernzentrale – heute sind es 3100 Mitarbeiter weltweit. Bereits 800 Millionen Dollar soll das Start-up in diesem Jahr umsetzen – im nächsten Jahr sollen es gar zwei Milliarden Dollar sein.

Der Aufstieg ist eng mit dem Boom des Social Webs verknüpft: Nachdem sich immer mehr Nutzer in den sozialen Netzwerken austauschen und über Empfehlungsportale Ratschläge geben, erscheint es nur allzu nachvollziehbar, dass auch der Kommerz etwas von der zunehmenden  Verzahnung der Nutzer profitieren will.

Social Shopping: Groupon Aufsteiger des Jahres

Das Erfolgsprinzip Social Commerce ist so geboren: Standortabhängig werden dem Nutzer täglich immer neue Offerten gemacht – mal Suhsi zum halben Preis, mal die Edeljeans für 60 Prozent weniger, mal die Kinokarte um 40 Prozent ermäßigt.  In Deutschland sprang der Groupon-Nachahmer Citydeal.de schnell auf den Zug der Online-Schnäppchenanbieter auf, um dann wiederum im Mai dieses Jahres vom US-Pionier geschluckt zu werden – die Alando-eBay-Geschichte wiederholte sich erneut.

Ein halbes Jahr später geriet nun Akquisiteur Groupon, der sich schlagartig bereits in 16 Länder ausgedehnt hatte, selbst in die Rolle der Übernahmespekulation. Kolportierte 6 Milliarden Dollar bot das wertvollste Internet-Unternehmen der Welt für die bis dato größte Akquisition seiner zwölfjährigen Unternehmensgeschichte: Es sah tatsächlich so aus, als meinte es Google ernst.

Google könnte Groupon-Übernahme aus der Portokasse zahlen

Warum auch nicht? 33 Milliarden Dollar liegen auf der Bank – nur Apple verfügt unter den Technologie- und Internet-Unternehmen über noch größere Cash-Reserven. Warum also nicht einen Teil in eine der größten Wachstumsstorys dieser Tage stecken, zumal wenn das Geld in nicht einmal zwei Quartalen aus dem eigenen Cashflow wieder refinanziert wäre? Für Google hätte der Deal als dritte Milliarden-Übernahme nach YouTube und Doubleclick absolut Sinn gehabt.

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Und für Groupon? Bei sechs Milliarden Dollar innerhalb von nicht mal zwei Jahren darf man schon mal nachdenken. Das taten die Gründer und Investoren sicher auch, um dann doch zu Wochenbeginn die mehr oder weniger überraschende Entscheidung mitzuteilen: nein, keine Chance.

Wettbewerbsbedenken ließen Groupon wohl skeptisch werden
   
Warum nun das? Sind die Gründer um CEO Andrew Mason komplett größenwahnsinnig geworden und sehen sich schon auf einer Stufe mit Facebook und Twitter? Vielleicht nicht. Aber sie müssen etwas gesehen haben, das ihnen beim vermutlich größten Angebot ihres Lebens dennoch nicht gefallen hat.

Glaubt man dem Alley Insider waren das in erster Linie Wettbewerbsbedenken, die bei einer Übernahme durch Google wohl unweigerlich aufgekommen wären. "Die Groupon-Übernahme würde mehr als jede andere Akquisition Googles die Kontrollbehörden auf den Plan rufen", erklärt eine aus dem Aufsichtsrat vertraute Quelle.

Knackpunkt "Killingfee"?

In der Vergangenheit geriet Google bereits mehrfach ins Visier der Wettbewerbshüter: So fiel der Zukauf des Suchgeschäfts von Yahoo wohl kartellrechtlichen Bedenken zum Opfer, während die Übernahme von Doubleclick und Admob mit strengen Auflagen belegt wurde. Entsprechend wollte sich Groupon offenbar eine hohe Entschädigungsklausel ("Killingfee") von kolportierten 700 Millionen Dollar in den Übernahme-Vertrag schreiben lassen, berichtet der Alley Insider. Offenbar zu viel für Googles Aufsichtsrat.

Nach Meinung des Internet-Pioniers Kevin Ryan (CEO der Gilt Group) muss sich Groupon über den geplatzten Deal jedoch keine Gedanken machen: "Ich habe noch nie ein schneller wachsendes Internet-Unternehmen gesehen", erklärte Ryan gestern am Rande der Konferenz "LeWeb". "Sie sollten weiter wachsen und dann an die Börse gehen." Nach Meinung von Google-Managerin Marissa Mayer ist darüber indes noch nicht das letzte Wort gesprochen: "Je größer das Unternehmen, desto schwieriger die Übernahme", erklärte Mayer gestern ebenfalls auf der "LeWeb". In anderen Worten: Der richtige Zeitpunkt dafür wäre für Google genau jetzt.

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