dpa-AFX greift Murdochs Dow Jones an

Neue und zugleich heftige Konkurrenz für den Murdoch-Ableger Dow Jones: Die Finanzagentur dpa-AFX startet neben seinem deutschen ab sofort auch einen englischen Dienst. Kooperationspartner ist RTT News, das damit seine Präsenz aus den Märkten in den USA und Asien auf Europa ausweiten kann. Bei dem Deal geht es vornehmlich um die Finanzentscheider in der zweiten Reihe. Denn das Geschäft wird größtenteils mit der Belieferung von Intranets und finanzlastigen Webseiten gemacht.

Anzeige

Neue und zugleich heftige Konkurrenz für den Murdoch-Ableger Dow Jones: Die Finanzagentur dpa-AFX startet neben seinem deutschen ab sofort auch einen englischen Dienst. Kooperationspartner ist RTT News, das damit seine Präsenz aus den Märkten in den USA und Asien auf Europa ausweiten kann. Bei dem Deal geht es vornehmlich um die Finanzentscheider in der zweiten Reihe. Denn das Geschäft wird größtenteils mit der Belieferung von Intranets und finanzlastigen Webseiten gemacht.
Während Broker auf dem Parkett und in den Ad-hoc-Handelszentren der Finanzzentren auf die üppigen Dienste von Reuters und Bloomberg setzen, zielen Dow Jones und dpa-AFX in erster Linie auf Mitarbeiter von Banken und Versicherungen ab, die das Geschehen der Märkte zwar auch quasi in Echtzeit verlässlich verfolgen müssen, aber nicht am Knöpfchen sitzen. So laufen dpa-AFX und Dow Jones teilweise auch über die sogenannten Terminals der beiden Großen als Zweitquelle.
Die dpa-AFX, die mehrheitlich von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und zusätzlich auch von der Austria Presse-Agentur (APA) getragen wird, beschränkte sich bisher auf einen deutschen Dienst. Die global denkende Wirtschaft lechzt hingegen nach Kombi-Packs aus englischem und deutschem Material. Viele Abschlüsse, so ist zu hören, konnte dabei Dow Jones für sich verbuchen, das neben seinem klassischen englischen eben auch ein deutsches Angebot fährt. Dem will dpa-AFX um die Geschäftsführer Martin Kalverkamp und Heinz-Rudolf Othmerding, der bis Anfang dieses Jahres noch Auslandschef der dpa war, jetzt Paroli bieten: Per sofort bieten sie ihren Kunden auch einen englischen Service an.
dpa-AFX kooperiert dabei mit RTT News, einem Pendant das Stark in den USA und in Asien ist, sich aus dem europäischen Markt aber bislang ferngehalten hat. Für RTT News ist das der Einstieg – über eine mögliche Beteiligung als Gesellschafter der dpa-AFX wird hinter den Kulissen bereits spekuliert. Konkret ist das aber noch lange nicht. Erst mal steuert RTT News für den englischen Dienst das Weltmaterial aus seinen Schwerpunktmärkten bei, dpa-AFX vieles aus Deutschland und Europa. Kalverkamp erklärte MEEDIA, es werde keine eigene Redaktion für den englischen Dienst aufgebaut, das eigene Material vielmehr "intelligent ins Englische übertragen". Das aber heißt vor allem: weitgehend automatisch übersetzt. Bei dem äußerst begrenzten Vokabular von Finanzmeldungen kein Problem.
Der englische Dienst von dpa-AFX soll auch von ihr allein vermarktet werden und auch nur unter ihrem Label am Markt präsent sein. Im Copyright unter allen Meldungen wird indes auch RTT News genannt. Othmerding sagte MEEDIA zudem, eine Übernahme von "general news", also alles außerhalb der Finanzszene, aus dem klassischen englischen Dienst der dpa sei im Gespräch: "Es sieht gut aus." Auch die Mitbewerber Reuters, Bloomberg und Dow Jones ergänzen ihre Hardcore-Finanzmeldungen mindestens mit Politischem, vielfach sogar auch mit Meldungen zu Vermischtem und Sport, weil das auch letztlich wichtige Märkte sind, auf denen investiert wird und Nachrichten aus diesem Bereich für die Finanzentscheider häufig von Bedeutung.
Folgen Sie @tickerblog. Fragen zum Agenturmarkt? Ungewöhnliche Beobachtungen? Einschätzungen im Off? Bitte an: daniel.bouhs@meedia.de

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige