Die „Lindenstraße“ feiert 25. Geburtstag

130 Hauptrollen, 1900 Schauspieler, 19.000 Komparsen, 27 Hochzeiten und 43 Todesfälle. Inszeniert von 24 Regisseuren für durchschnittlich 3,5 Millionen Zuschauer. Und das seit 25 Jahren. Die “Lindenstraße” feiert am Wochenende Jubiläum. Am 8. Dezember 1985 flimmerte die erste "Lindenstraße"-Folge über die Bildschirme. Gefeiert wird der Geburtstag mit einer Sonderfolge und anschließender "Kultnacht", ehe dann am Sonntag zur gewohnten Zeit die Jubiläumsfolge 1.306 läuft. Mit prominenter Besetzung.

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Ein Cappuccino im Café Bayer oder später lieber auf einen Ouzo ins Akropolis? Wohl jedem dürften diese beiden Lokalitäten etwas sagen. Stehen sie doch in Deutschlands bekanntester Straße: der Lindenstraße. Produzent und Erfinder der ersten deutschen Seifenoper, Hans Wilhelm Geißendörfer , kann auf mehr als zwei Jahrzehnte Fernsehgeschichte zurückblicken, die solch einen starken Bezug zur deutschen Realität hat wie kaum eine andere Serie. Ob Pädophilie, Doping im Sport, die Zukunftsangst der jungen Generation, die wachsende Verschuldung von Privathaushalten, rechte Gewalt oder aktive Sterbehilfe: All die Themen, die immer wieder die Nachrichtensendungen und Reality-Formate füllen, wurden schon in der “Lindenstraße” auf 150 Metern Kulisse im Kölner Stadtteil Bocklemünd auf Zelluloid gebannt.

Als Til Schweiger noch den Sohnemann miemte
Von Zuschauerzahlen in zweistelliger Millionenhöhe ist die "Lindenstraße" allerdings mittlerweile weit entfernt. Jetzt gibt es mehr als zwei Sender, und die Konkurrenz am Sonntagabend ist groß. Durchschnittlich 3,5 Millionen schauen noch zu, 1990 waren es noch zehn Millionen. Trotzdem ist die Sonntagabend-Serie, deren US-Vorbild “Coronation Street” schon seit 50 Jahren läuft, Kult. Doch wie lange es die “Lindenstraße” noch geben wird, ist unklar. Vor kurzem hat die ARD den Vertrag bis 2014 verlängert. Doch fest steht: Die Zeiten, in denen die Serie überraschen konnte – so wie beim ersten Schwulen-Kuss in einer deutschen Serie im Jahr 1990 – sind schon längst vorbei.

Mit einer "langen Kultnacht" feiert die "Lindenstraße" am kommenden Wochenende ihr 25-jähriges Jubiläum. Am 8. Dezember 1985 flimmerte die erste Folge mit Familie Beimer & Co. über die Bildschirme. Für Fans der Serie beginnt die Party am Samstag um 23.15 Uhr mit einer Sonderfolge (Titel: "Was wäre, wenn…?"). In der werden Hans und Helga Beimer gemeinsam kochen und nebeher in Erinnerungen schwelgen. Als Til Schweiger noch Mutter Beimers Sohn war, als Christoph Schlingensief noch Aufnahmeleiter war und als Annemarie Wendl als Else Kling noch die Nachbarschaft terrorisierte.

Besuch von Schröder und Wowereit
Im Anschluss (23.45 Uhr) begeht das Moderations-Gespann Götz Alsmann und Christine Westermann eine dreistündige "Kultnacht". Neben dem "Lindenstraßen"-Ensemble werden auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erwartet. Am Sonntag strahlt Das Erste dann zur gewohnten Zeit (18.50 Uhr) die Folge 1306 mit dem Titel "Iffi und Klaus" aus. Dann soll aufgelöst werden, ob Klaus Beimer endlich seine Iffi heiratet. Wenn die Hochzeitsband "Sportfreunde Stiller" heißt, sollte es doch klappen. Oder?

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