Deutsche Produzenten setzen auf „Problemfilme“

Eine Analyse zeigt: Ein Drittel der deutschen Fernsehfilme behandelt gesellschaftliche Probleme. Wie die TV Spielfilm ermittelt hat, fielen 153 der 448 hiesigen Erstausstrahlungen der Jahre 2009 und 2010 in die Kategorie "Problemfilm". Dabei wurde insbesondere das Thema "Soziale Kälte" thematisiert (33 Filme).

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Gerade in Krimi-Reihen wie "Tatort" oder "Polizeiruf" bildeten Probleme wie Ausbeutung am Arbeitsplatz, Jobverlust, Überschuldung und soziale Verwahrlosung den Hintergrund der Handlung. Als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise schrieben die Drehbuchautoren TV Spielfilm zufolge auch skrupellosen Bankern oder raffgierigen Manager die Schurkenrolle zu.
An Platz zwei (30 Filme) stand das Themenfeld "Familiäres". Hier wurden insbesondere Schicksalsschläge wie Krankheit und Tod thematisiert. Häufig standen auch Scheidung und Sorgerecht oder Alter und Pflege im Mittelpunkt der Handlung.
Um Politik und Zeitgeschichte ging es in 20 TV-Filmen. Noch häufiger als Nationalsozialismus und Nachkriegszeit stand in den Jubiläumsjahren von Mauerfall und Wiedervereinigung die DDR-Vergangenheit im Blickpunkt.
16 Filme thematisierten die Jugend. Gewalt auf dem Schulhof, Perspektivlosigkeit und Kriminalität standen hier im Mittelpunkt. Auch der steigende Leistungsdruck der Jugendlichen wurde dargestellt.
In den 13 Filmen, die sich mit Migration beschäftigten, traten Ausländer und Asylsuchende meist als Opfer von Diskriminierung, rechtsradikaler Gewalt und Behördenwillkür auf.
Neun TV-Filme befassten sich mit sexueller Gewalt, vor allem an Kindern. Die Umwelt- und Klimaproblematik ist verglichen mit anderen Medien im TV-Film mit acht Filmen in zwei Jahren eher unterrepräsentiert. Sechs Filme thematisierten der TV-Spielfilm-Analyse zufolge die Probleme von Frauen am Arbeitsplatz und ihren Spagat zwischen Familie und Beruf.

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