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Burda-Razzia: „Eingriff in die Pressefreiheit“

Der Deutsche Journalisten-Verband ergreift Partei für Burdas Focus und Bunte. So weist der Verband die vom Kachelmann-Anwalt Johann Schwenn geforderte Durchsuchung der Redaktionen der beiden Burda-Titel als Eingriff in die Pressefreiheit zurück. DJV-Boss Michael Konken forderte deshalb das zuständige Landgericht Mannheim auf, dem Antrag des Kachelmann-Anwalts nicht zu folgen. Wann die Richter eine Entscheidung Pro oder Contra einer Redaktions-Razzia fällen, ist noch unklar.

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"Dass Journalisten über den Kachelmann-Prozess berichten, ist ihre Aufgabe. Dass sie es vielleicht auch besonders engagiert tun, ist Teil der Meinungsfreiheit. Das muss sich ein Anwalt gefallen lassen", kommentiert Konken. Für den Funktionär ist die Forderung nach einer Durchsuchung als "gezielten Versuch, Journalistinnen und Journalisten einzelner Magazine zu kriminalisieren".

Am gestrigen Verhandlungstag hatte der Kachelmann-Verteidiger die Durchsuchung beantragt. Schwenn wirft den beiden Redaktionen vor, das Verfahren zum Nachteil seines Mandanten zu beeinflussen. Daher sollen Schriftstücke und Datenträger sichergestellt werden, die die Interviews der Journalisten mit Zeuginnen protokollierten.

In einer ersten Stellungnahme kommentierte der Verlag: "Die Chefredaktion von Focus sieht in dem Auftritt des Kachelmann-Verteidigers Schwenn ein vordergründiges Ablenkungsmanöver. Focus hält sich an die Aufgabe der Presse, über dieses Verfahren zu berichten und Realitäten aufzuklären (Bundesverfassungsgericht in ständiger Rechtsprechung)."

Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel ergänzte noch: "Nur weil einem Anwalt die Berichterstattung über seinen Mandanten nicht gefällt, kann er nicht gleich eine Redaktion stürmen lassen."

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